EU-Ratschef Michel: Algerien ist ein "zuverlässiger" Gaslieferant

Algerien sei ein "zuverlässiger" Energielieferant, sagte der Präsident des Europäischen Rates, Charles Michel, am Montag (5. September) während eines Besuchs in dem nordafrikanischen Land.

EURACTIV.com with AFP
Charles Michel meets President of Algeria
Abdelmadjid Tebboune, Präsident von Algerien, empfängt Charles Michel am 5. September 2022. [[Council Newsroom[]

Algerien sei ein „zuverlässiger“ Energielieferant, sagte der Präsident des Europäischen Rates, Charles Michel, am Montag (5. September) während eines Besuchs in dem nordafrikanischen Land.

„In Anbetracht der internationalen Umstände, die wir alle kennen, ist eine Zusammenarbeit im Energiebereich natürlich unerlässlich, und wir sehen Algerien als einen zuverlässigen, loyalen und engagierten Partner im Bereich der energiepolitischen Kooperation“, sagte Michel nach einem Treffen mit Präsident Abdelmadjid Tebboune.

Europäische Beamt:innen haben sich an Algerien, Afrikas größtem Gasexporteur, gewandt, um eine Versorgungslücke zu schließen, nachdem die Preise infolge von Russlands Einmarsch in der Ukraine im Februar in die Höhe geschossen waren.

Die Situation hat sich in den letzten Tagen noch verschärft, nachdem Russland die Gaslieferungen nach Deutschland über die wichtige Nord Stream 1-Pipeline wenige Wochen vor Herbstbeginn eingestellt hat.

Vor dem Ukraine-Krieg deckte Algerien rund 11 Prozent des Gasbedarfs der Europäischen Union, während Russland 47 Prozent lieferte.

In den letzten Monaten hat Algier eine Reihe von hochrangigen Besucher:innen empfangen, die die Exporte ankurbeln wollen.

Ende letzten Monats begrüßte der französische Präsident Emmanuel Macron die Bemühungen Algeriens um eine „Diversifizierung“ der europäischen Gasversorgung.

Im Juli unterzeichneten die italienische Energiegesellschaft Eni, der US-Großkonzern Occidental, die französische Total und die algerische Sonatrach einen Vertrag über die gemeinsame Nutzung der Öl- und Gasproduktion im Wert von 4 Milliarden Dollar, der laut Tebboune Italien mit „beträchtlichen Mengen an Erdgas“ versorgen werde.

Algier hat außerdem zugesagt, die Gaslieferungen nach Italien über die unterseeische Transmed-Pipeline bis Ende des Jahres zu erhöhen.

Laut der Branchenpublikation Middle East Economic Survey sind die algerischen Erdgasexporte in der ersten Jahreshälfte 2022 im Vergleich zum Vorjahr jedoch um 18 Prozent zurückgegangen.

„Die schiere Abhängigkeit mehrerer (europäischer) Importeure von Russland macht es zu einer unmöglichen Herausforderung, diese Mengen zu ersetzen, zumindest kurz- bis mittelfristig“, so der Bericht.