EU-Länder schieben 2022 deutlich mehr Albaner ab

Die Zahl der Albaner:innen, die aus der Europäischen Union abgeschoben werden, ist in der ersten Hälfte des Jahres 2022 sprunghaft angestiegen, sodass albanische Staatsbürger:innen zu den am häufigsten abgeschobenen Nationalitäten in der EU gehören.

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In den ersten sieben Monaten des Jahres 2022 haben 5.800 Albaner in der Europäischen Union Asyl beantragt, doppelt so viele wie im Vorjahr. [<a href="https://www.shutterstock.com/image-illustration/flags-eu-albania-painted-on-cracked-354599276" target="_blank" rel="noopener">[shutterstock.com/danielo</a>]

Die Zahl der Albaner:innen, die aus der Europäischen Union abgeschoben werden, ist in der ersten Hälfte des Jahres 2022 sprunghaft angestiegen, sodass albanische Staatsbürger:innen zu den am häufigsten abgeschobenen Nationalitäten in der EU gehören.

In den ersten sieben Monaten des Jahres 2022 beantragten 5.800 Albaner:innen in der Europäischen Union Asyl, doppelt so viele wie im Vorjahr. In Großbritannien wurden in diesem Sommer bis zu 6.000 albanische Asylbewerber:innen aufgenommen. Während mehr als die Hälfte der Asylbewerber:innen in Großbritannien anerkannt wurde, wurden viele abgelehnt und nach Hause zurückgeschickt.

Nach Angaben von Eurostat erhielten fast 12.000 Albaner:innen (11.905) eine Abschiebungsanordnung aus einem EU-Land, was einem Anstieg von 23 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum vor einem Jahr entspricht.

Die meisten albanischen Staatsbürger:innen wurden mit 35 Prozent der Gesamtzahl von Griechenland abgeschoben, gefolgt von Frankreich mit 28,5 Prozent, Deutschland mit 12 Prozent und Schweden mit drei Prozent.

Im gesamten Jahr 2021 wurden etwa 22.000 Albaner:innen aus EU-Ländern abgeschoben.

Die von Eurostat zusammengestellten Daten zeigen, dass Albaner:innen die am dritthäufigsten abgeschobene Nationalität waren, nur übertroffen von Algerier:innen und Marokkaner:innen, gefolgt von Menschen aus Pakistan, Tunesien, Bangladesch, Georgien, der Türkei, Indien und dem Irak.

Laut Eurostat wurden im zweiten Quartal dieses Jahres 96.550 Nicht-EU-Bürger:innen aufgefordert, einen EU-Mitgliedstaat zu verlassen, 23.110 wurden nach einer Ausweisungsverfügung in ein anderes Land (einschließlich der anderen EU-Mitgliedstaaten) zurückgeführt. Fast siebentausend von ihnen waren Albaner:innen.

Nachdem die Zahl der Asylanträge albanischer Bürger:innen in den Ländern der Europäischen Union im Jahr der Pandemie gesunken war und auch im Jahr 2021 auf niedrigem Niveau verharrte, hat sie mit der Rückkehr der uneingeschränkten Freizügigkeit wieder zugenommen.

Laut Eurostat-Daten, die von Monitor verarbeitet wurden, wurden in den ersten sieben Monaten des Jahres fast 5.800 Asylanträge von albanischen Bürgern:innen in einem der Länder der Europäischen Union registriert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat sich die Zahl verdoppelt, was auf einen neuen Trend zur Wiederbelebung der Einwanderung hindeutet.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei EURACTIVs Medienpartner Exit.al