EU-Kommission vereinfacht Impfstofflagerung durch Deal mit Pfizer

Nach mehrwöchigen Gesprächen hat die Europäische Kommission am Mittwoch (9. November) einen Zusatz zu ihrem ursprünglichen Vertrag mit Pfizer-BioNTech unterschrieben, um den Impfstoffbedarf der EU-Mitgliedstaaten besser zu decken.

EURACTIV France
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Derzeit werden Impfstoffdosen direkt an die Mitgliedstaaten geliefert. Mit der neuen Änderung können nun auch Dosen geliefert und in Lagern gelagert werden, falls dies ausdrücklich von einem Mitgliedstaat gewünscht wird. [[Marco Lazzarini/Shutterstock]]

Nach mehrwöchigen Gesprächen hat die Europäische Kommission am Mittwoch (9. November) einen Zusatz zu ihrem ursprünglichen Vertrag mit Pfizer-BioNTech unterschrieben, um den Impfstoffbedarf der EU-Mitgliedstaaten besser zu decken.

„Auf Ersuchen unserer Mitgliedstaaten haben wir unermüdlich mit den Impfstoffherstellern zusammengearbeitet, um flexible Regelungen für die Lieferung von sicheren und wirksamen COVID-19-Impfstoffen zu finden“, sagte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides.

Derzeit werden Impfstoffdosen direkt an die Mitgliedstaaten geliefert. Mit der neuen Änderung können nun auch Dosen geliefert und in gemeinsamen, von der EU betriebenen Lagern gelagert werden, falls dies ausdrücklich von einem Mitgliedstaat gewünscht wird.

Dies soll es den Mitgliedstaaten ermöglichen, die Vorräte an bestellten Dosen besser zu planen und zu verwalten, und ihnen zusätzliche Lagerkapazitäten verschaffen.

„Diese Änderung des Vertrags mit BioNTech-Pfizer bedeutet, dass die Mitgliedstaaten ihre Lieferungen von COVID-19-Impfstoffen besser planen und verwalten können“, sagte Kyriakides.

Die Anzahl der Dosen, die an die Mitgliedstaaten geliefert werden, werde sich dabei nicht erhöhen, erklärte die Europäische Kommission gegenüber EURACTIV Frankreich. Die Vorräte werden gleich bleiben, sie können lediglich anders gelagert werden.

Ziel ist es, „den Zugang zu ausreichenden Dosen zu gewährleisten, um ihre Bürger:innen zu schützen und auf einen weiteren Anstieg der Fälle vorbereitet zu sein“, fügte Kyriakides hinzu.

Angepasster Impfstoff

Die letzte Änderung zum Vertrag mit Pfizer-BioNTech wurde im Mai dieses Jahres vorgenommen.

„Wir haben sichergestellt, dass wir Impfstoffe liefern können, die an die vorherrschenden Varianten angepasst sind. Dies ermöglichte es uns, die Lieferfristen zu ändern“, so ein Sprecher der Kommission gegenüber EURACTIV Frankreich.

Derzeit erhalten Mitgliedsstaaten die angepassten Impfstoffe von Pfizer-BioNTech für die Omikron-Subtypen BA.4 und BA.5.

Im Juni 2020, während der Pandemie, hatten die Europäische Kommission und Pharmaunternehmen COVID-Vertrage verhandelt, die die Lieferung von Impfstoffdosen an Mitgliedsstaaten vorsahen.

Dank der Europäischen Impfstrategie wurden die Bestellungen gebündelt, die Herstellung der Dosen beschleunigt und ein gleichberechtigter Zugang zur Impfung für alle europäischen Bürgerinnen und Bürger sichergestellt.

Die ersten Dosen wurden Ende 2020 verabreicht, und bis Juli 2021 hatten 70 Prozent der Erwachsenen in der EU mindestens eine Impfstoffdosis erhalten.

Während die meisten Dosen von Pfizer erworben wurden, haben fünf weitere Labors ebenfalls grünes Licht von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) erhalten: Moderna, AstraZeneca, Janssen, Novavax und Valneva.

Änderungen nur bei Pfizer

Bislang wurde nur der Vertrag mit Pfizer-BioNTech ergänzt.

„Lösungen wie diese zeigen, worum es in unserer Europäischen Gesundheitsunion geht: Wir sind bereit zu handeln, um die öffentliche Gesundheit unserer Bürger:innen zu schützen“, sagte Kyriakides.

Die Verträge über den Kauf von Impfstoffen zwischen Pfizer und der Kommission sind jedoch umstritten. Derzeit sind sie nur in geschwärzter Form öffentlich zugänglich, das Europäische Parlament und mehrere Nichtregierungsorganisationen haben jedoch gefordert, die Vollversionen zu veröffentlichen.

Darüber hinaus steht der Austausch von SMS-Nachrichten zwischen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und dem CEO von Pfizer, Albert Bourla, im Zusammenhang mit der Aushandlung eines Vertrags über 1,8 Milliarden Impfstoffdosenin der Kritik.

„Niemand kann die Komplexität dieser Verträge per SMS oder allein aushandeln. Es war ein sehr gut strukturiertes Verfahren zwischen den Mitgliedstaaten und der Kommission“, versicherte Kommissionsvizepräsident Margaritis Schinas am 26. Oktober.

[Bearbeitet von Nathalie Weatherald]