EU-Kommission rechnet 2010 mit Wachstum
Die Konjunktur-Aussichten für die EU haben sich leicht aufgehellt. Die deutsche Wirtschaft soll 2010 um 1,2 Prozent wachsen. Zugleich wird ein starker Anstieg der Arbeitslosigkeit um 1,5 Prozent befürchtet. In der EU geht die Kommission von einem Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent aus.
Die Konjunktur-Aussichten für die EU haben sich leicht aufgehellt. Die deutsche Wirtschaft soll 2010 um 1,2 Prozent wachsen. Zugleich wird ein starker Anstieg der Arbeitslosigkeit um 1,5 Prozent befürchtet. In der EU geht die Kommission von einem Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent aus.
Die Wirtschaft in der Europäischen Union wächst 2010 voraussichtlich leicht. Das Wachstum in den 27 EU-Ländern könnte sich auf 0,7 Prozent belaufen, heißt es in der am Dienstag vorgestellten
Herbstprognose (Englisch) der Europäischen Kommission. In ihrem Frühjahrsgutachten war die Behörde noch von einem Minus von 0,1 Prozent ausgegangen. Auch das Wachstum in der Eurozone wird für 2010 auf 0,7 Prozent geschätzt. Im laufenden Jahr wird das Bruttoinlandsprodukt der Schätzung zufolge in der EU um 4,1 Prozent, in der Eurozone um 4,0 Prozent einbrechen. Alle nach Ländern aufgeschlüsselten Tabellen finden Sie
hier.
„Die EU-Wirtschaft kommt aus der Rezession, was in hohem Maße den ehrgeizigen Maßnahmen der Regierungen, Zentralbanken und der EU zu verdanken ist, die nicht nur einen Systemzusammenbruch verhindert, sondern auch die Erholung angestoßen haben. Allerdings liegen noch viele Herausforderungen vor uns", kommentierte Wirtschafts- und Finanzkommissar Joaquín Almunia.
Mit einem dramatischen Einbruch rechnet die Behörde in den von der Wirtschafts- und Finanzkrise schwer getroffenen baltischen Ländern.
Erstmals legte die EU-Kommission in ihrer Konjunkturprognose Szenarien für 2011 vor. Sollte es keine wesentlichen Änderungen in den politischen Rahmenbedingungen geben, könnte die deutsche Wirtschaft 2011 um 1,7 Prozent steigen.
Europa versinkt in Schulden
Das öffentliche Defizit wird sich in der EU in diesem Jahr auf rund 7 Prozent verdreifachen, und 2010 weiter auf rund 7,5 Prozent ansteigen, schätzt die Kommission. Der Euro-Stabilitätspakt erlaubt den einzelnen Staaten ein Defizit von höchstens 3,0 Prozent. Die entsprechenden Defizitverfahren – auch gegen Deutschland – wurden eingeleitet (Siehe EURACTIV.de vom 7. Oktober 2009)
Deutschland erholt sich schneller als gedacht
Für
Deutschland befürchtet die EU-Kommission in diesem Jahr einen Einbruch um 5,0 Prozent. Das sind 0,4 Punkte weniger als im Frühjahr vorhergesagt. Für 2010 rechnet die Behörde mit einem leichten Wachstum von 1,2 Prozent, 0,9 Prozentpunkte mehr als in der Frühjahrsprognose. Das Staatsdefizit für 2009 wird in Brüssel auf 3,5 Prozent geschätzt, für das kommende Jahr auf 5,0 Prozent.
In Deutschland rechnet die Kommission zudem mit einem Rückgang des privaten Konsums. "Die stabilisierende Rolle des privaten Verbrauchs wird in der zweiten Jahreshälfte 2009 zu einem Ende kommen, wenn Arbeitslosigkeit und Inflation steigen", heißt es in dem Gutachten. 2010 werde der private Konsum trotz Steuererleichterungen das Wachstum bremsen.
Die Arbeitslosigkeit wird in Deutschland von 7,7 Prozent in diesem Jahr auf 9,2 Prozent 2010 steigen und 2011 nochmals leicht zunehmen (9,3 Prozent).
dpa/awr
Links
EU-Kommission: Übersicht zur EU-Herbstprognose
EU-Kommission:
Herbstprognose 2009 (3. November 2009 / Volltext / Englisch)
EU-Kommission:
Herbstprognose 2009 für Deutschland (3. November 2009 / Englisch)
EU-Kommission:
Herbstgutachten 2009. Tabellen-Übersicht (3. November 2009 / Englisch)