EU fordert Vorschriften für den Handel mit wildlebenden Arten [DE]
Die zunehmende Nachfrage nach Produkten freilebender Tier- und Pflanzenarten fördert den illegalen Handel, was verheerende Auswirkungen auf das Überleben vieler vom Aussterben bedrohter Arten hat. Dies stellte ein Bericht fest, der am 31. Mai 2007 veröffentlicht wurde.
Die zunehmende Nachfrage nach Produkten freilebender Tier- und Pflanzenarten fördert den illegalen Handel, was verheerende Auswirkungen auf das Überleben vieler vom Aussterben bedrohter Arten hat. Dies stellte ein Bericht fest, der am 31. Mai 2007 veröffentlicht wurde.
Die EU könnte viel mehr unternehmen, um den illegalen Handel mit bedrohten Arten der Flora und Fauna zu schützen. Dies stellt ein Bericht im Vorfeld der 14. Weltartenschutzkonferenz fest, bei der mehr als 170 Regierungen vom 3. bis 15. Juni 2007 im Rahmen des Artenschutzübereinkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) in Den Haag, Niederlande, zusammenkommen werden.
Der Bericht von TRAFFIC – ein gemeinsames Programm des WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN – stellt fest, dass die EU der größte Importeur, gemessen am Wert der zahlreichen Produkte aus wilden Tier- und Pflanzenarten, einschließlich tropische Hölzer, Kaviar, Reptilienhäute und lebende Reptilien. Schätzungsweise 93 Milliarden Euro seien allein die Naturprodukte, die 2005 auf legalem Wege in die EU gelangten, wert gewesen. Dieser Handel schließe Handtaschen und Schuhe aus Schlangenhaut sowie seltene Reptilien ein, wie auch Billardqueues aus Ramin, einem tropischem Hartholz.
Wie der Kreis der EU-Mitgliedstaaten seien auch der Markt und die Nachfrage an Naturprodukten gewachsen, sagte der Leiter von TRAFFIC Europe, Rob Parry. Während ein Großteil des Wildartenhandels legal sei, könne man nicht den wachsenden illegalen Handel mit exotischen Tieren, Holz and anderen Naturprodukten ignorieren. Er bedrohe das Überleben von Tierarten, zum Beispiel von Reptilien und Stören.
In seinem Kommentar zum Bericht forderte Delia Villagrasa, ein Berater des European Policy Office des WWF, von der EU, einen klaren strategischen Plan anzunehmen, der eine externe Unterstützung für diejenigen Staaten sicherstelle, aus denen Produkte freilebender Tier- und Pflanzenarten stammten, um somit zu gewährleisten, dass der Handel mit ihnen nachhaltig sei.
TRAFFIC stellt die Unionsbemühungen um eine Gesetzgebung in Frage, da Importverbote nicht zwangläufig auf den Artenerhalt abzielten. Der illegale Handel habe außerdem auch ernsthafte Auswirkungen auf den Lebensunterhalt ländlicher Kommunen und nationaler Wirtschaften.
Der Bericht geht mit der Warnung des Parlaments einher, dass der Aktionsplan der Kommission von 2006 über Biodiversität unzureichend sei, um die Artenvielfalt zu erhalten und die Leistung des Ökosystems auf lange Sicht zu unterstützen. Es seien ‚noch nie dagewesene Bemühungen’ notwendig, wenn der Rückgang der Artenvielfalt aufgehalten werden solle (EURACTIV vom 23. Mai 2007).