EU fasst CO2-Label für Produkte ins Auge [DE]
Die EU-Umweltminister haben die Europäische Kommission aufgefordert, Mittel und Wege zu finden, um die CO2-Emissionen von Produkten und ihre ökologische Leistungsbilanz während ihres Lebenszyklus zu bestimmen. Diese Idee wurde allerdings von der Wirtschaft heftig kritisiert.
Die EU-Umweltminister haben die Europäische Kommission aufgefordert, Mittel und Wege zu finden, um die CO2-Emissionen von Produkten und ihre ökologische Leistungsbilanz während ihres Lebenszyklus zu bestimmen. Diese Idee wurde allerdings von der Wirtschaft heftig kritisiert.
Der Umweltrat, der letzte Woche (4. Dezember 2008) stattfand, forderte die Studie in seinen Schlussfolgerungen über den Aktionsplan der Kommission für Nachhaltigkeit in Produktion und Verbrauch und für eine nachhaltige Industriepolitik an.
Grundsätzlich begrüßten die Minister den Vorschlag der Kommission als Möglichkeit, die Schaffung einer sicheren und nachhaltigen kohlenstoffarmen und ressourceneffizienten Wirtschaft, die mit dem Wettbewerb auf den globalen Märkten erfolgreich mithalten könne, zu beschleunigen, indem sowohl freiwillige als auch verbindliche Maßnahmen geschaffen würden, mit deren Hilfe der Energieverbrauch der Produkte sowie deren negativen Auswirkungen reduziert werden könnten.
Sie forderten die EU-Kommission auf, eine Studie durchzuführen, damit abgeschätzt werden kann, welchen Effekt es hätte, wenn im Rahmen der bereits bestehenden Instrumente wie dem Öko-Label und der Energieeffizienzkennzeichnung auch der CO2-Verbrauch von Produkten angegeben würde. Außerdem solle die Kommission gemeinsame, freiwillige Methoden für die Berechnung der CO2-Emissionen entwickeln.
Frühere Vorschläge des EU-Kommissars für Umwelt Stavros Dimas zur Einführung von CO2-Etiketten, die die Menge CO2, die bei der Herstellung eines bestimmten Produktes ausgestoßen wurde, angeben, wurden von der Lebensmittelindustrie und Verbrauchergruppen gleichermaßen kritisiert (EURACTIV vom 29. Oktober 2008).
Auf Grundlage der integrierten Produktpolitik (IPP) wurde die EU-Kommission außerdem aufgefordert, ein Instrument zu entwickeln, um die Gesamtauswirkungen von Produkten auf die Umwelt während ihres Lebenszyklus zu bewerten. Dabei soll auch die Zulieferkette und deren Auswirkungen auf globaler Ebene berücksichtigt werden.
Die Minister sagten erneut ihre Unterstützung für die Entwicklung gemeinsamer EU-Maßnahmen zur Förderung eines umweltorientierten Beschaffungswesens zu. Gleichzeitig betonten sie aber, dass es zuerst erforderlich sei, die Anreizmaßnahmen auf dem Binnenmarkt stärker zu koordinieren. Dies könne beispielsweise durch die Einführung gemeinsamer, unverbindlicher Modalitäten für ein umweltorientiertes Beschaffungswesen, wie Auswahlkriterien, technische Anforderungen, Kriterien für die Auftragsvergabe oder Leistungsklauseln in den Verträgen, die als Referenz für ein umweltorientiertes Beschaffungswesen dienen könnten, geschehen, so die Minister.
Es wird erwartet, dass die Kommission die Umsetzung des Aktionsplans für Nachhaltigkeit in Produktion und Verbrauch und für eine nachhaltige Industriepolitik bis 2012 bewertet, um bei der Ausweitung der Rahmenrichtlinie für Öko-Design auf andere Produkttypen die Führungsrolle zu übernehmen.