EU-Fangquoten nur vorläufig beschlossen

Die europäischen Fischereiminister haben nach harten Verhandlungen die Fangquoten für Nordsee und Nordatlantik festgelegt. Demnach werden die erlaubten Fangmengen (TACs) für die Makrele in den ersten Monaten 2010 je nach Gebiet deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen.

Gestapelte Fischkisten stehen auf dem Bootssteg im kleinen Hafen neben der Marina Boltenhagen. Die für 2010 beschlossene Senkung der Fangquote für Hering in der Ostsee ist für den Verband der Kutter- und Küstenfischer im Land eine Katastrophe. Foto: dpa
Gestapelte Fischkisten stehen auf dem Bootssteg im kleinen Hafen neben der Marina Boltenhagen. Die für 2010 beschlossene Senkung der Fangquote für Hering in der Ostsee ist für den Verband der Kutter- und Küstenfischer im Land eine Katastrophe. Foto: dpa

Die europäischen Fischereiminister haben nach harten Verhandlungen die Fangquoten für Nordsee und Nordatlantik festgelegt. Demnach werden die erlaubten Fangmengen (TACs) für die Makrele in den ersten Monaten 2010 je nach Gebiet deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen.

Die Fangquoten für die Makrele wurden vorläufig deutlich abgesenkt, da der Fisch teilweise in norwegischen Gewässern gefangen wird, es aber noch keine Einigung zwischen der EU und Norwegen gibt.

So dürfen Fischer in den nördlichen Gebieten lediglich 65 Prozent der Makrelenmenge fangen wie 2009, im Süden sind es immerhin 90 Prozent. "Das müsste es ermöglichen, die Fischerei im Januar fortzuführen, und die Kommission kann die Verhandlungen mit Norwegen abschließen" sagte der EU-Fischereikommissar Joe Borg am späten Dienstagabend in Brüssel.

Einigung beim Hering

Für den Hering konnten die Minister jetzt schon endgültige Fangmengen festlegen. In der Irischen See bleibt es bei der Menge vom Vorjahr, in Nordwestirland und im Gebiet vor der deutschen Nordseeküste gibt es einen Rückgang von 20 Prozent. "Wir haben bei den Beständen, wo eine gewissen Erholung festgestellt worden ist, die Quoten ein wenig angehoben", sagte Borg. So darf in der Keltischen See sieben Prozent und in der Irischen See 14 Prozent mehr Scholle gefangen werden.

Fangstopp für Dornhai und Heringshai

Grundsätzlich gebe es eine Erholung bei einigen Fischarten. "Wir stellen fest, dass einige Bestände jetzt nachhaltiger gefischt werden (…) und die Überfischung nimmt auch ab", sagte Borg weiter. Es sei aber wichtig, dass auch künftig auf die Empfehlungen der Wissenschaftler geachtet werde. Er begrüßte daher auch die Entscheidung der Minister, den Fangstopp für den Dornhai und den Heringshai einzuführen.

Anfang Januar sollen die Verhandlungen mit Norwegen wieder aufgenommen werden. Sobald es eine Einigung gibt, sollen die die endgültigen Quoten in der EU bis Frühjahr festgelegt werden. Die Gespräche mit dem Nicht-EU-Land waren vor allem an der Frage gescheitert, wie viele Makrelen in norwegischen Gewässern gefangen werden dürfen. Die Quoten für die Ostsee stehen bereits seit Ende Oktober fest.

Deutschland zufrieden mit vorläufigem Kompromiss

Der deutsche Agrar-Staatssekretär Gert Lindemann hat die vorläufigen Fangquoten für 2010 für Fische in der Nordsee und im Nordatlantik begrüßt. Es sei "ein Ergebnis, mit dem man sich sowohl bei den deutschen Fischern als auch bei denjenigen, die um die Fischbestände besorgt sind, sehen lassen kann", sagte er am Mittwoch in Brüssel. Die für Fischerei zuständigen EU-Minister hatten sich am Vorabend nach langen Verhandlungen unter anderem darauf geeinigt, dass in den nördlichen Gebieten in den ersten Wochen des neuen Jahres zunächst 65 Prozent der Makrelenmenge gefangen werden darf wie 2009.

Die Quoten konnten nur vorläufig festgelegt werden, weil es keine Einigung mit Norwegen gibt, viele Fische aber in norwegischen Gewässern gefangen werden – etwa die Makrele. Deswegen liegt die zugelassene Gesamtmenge vorerst auch so deutlich unter der Vorjahresmenge. Grundsätzlich könne man aber sagen, dass sich die bisherigen Fangmöglichkeiten kaum änderten, sagte Lindemann. In den einzelnen Fanggebieten gebe es «je nach Bestandsentwicklungen geringfügige Ausschläge nach unten und oben.»

dpa

Dokumente / Links / Download

EU-Rat: Main Results of the 2986th Council meeting Agriculture and Fisheries (16. Dezember 2009)