EU: Erstmalige Einigung auf bindende Ziele für Lebensmittelabfälle
Fast 60 Millionen Tonnen an Lebensmittelabfällen kommen in der Europäischen Union pro Jahr zustande. Am Dienstag haben sich Verhandler vom EU-Parlament und EU-Rat erstmals auf ein verbindliches EU-weites Ziel zur Abfallreduzierung geeinigt - ein Meilenstein.
Fast 60 Millionen Tonnen an Lebensmittelabfällen kommen in der Europäischen Union pro Jahr zustande. Am Dienstag haben sich Verhandler vom EU-Parlament und EU-Rat erstmals auf ein verbindliches EU-weites Ziel zur Abfallreduzierung geeinigt – ein Meilenstein.
Im Rahmen einer Überarbeitung der EU-Abfallrahmenrichtlinie haben sich das EU-Parlament und der EU-Rat auf die Einführung verbindlicher Reduktionsziele für Lebensmittelabfälle geeinigt. Bis Ende 2030 müssen die EU-Länder die Grenzwerte erreichen.
Lebensmittelverschwendung auf Einzelhandels- und Verbraucherebene müsste im Vergleich zu den Werten von 2021 bis 2023 um 30 Prozent pro Kopf gesenkt werden. Für Lebensmittelverarbeiter und -hersteller liegt der Wert bei 10 Prozent.
Die vereinbarten Ziele seien für die EU-Länder „machbar und realistisch“ und würden den Agrarsektor nicht negativ beeinflussen, erklärte die polnische Verhandlungsführerin des Parlaments Anna Zalewska (EKR).
Den EU-Ländern wird es im Rahmen der Vereinbarung freistehen, ihre Mittel zum Erreichen der Ziele zu wählen.
UN-Ziel: 50 Prozent weniger Lebensmittelabfälle bis 2030
Jedes Jahr fallen in der Europäischen fast 60 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an. Viel Zeit bleibt nicht mehr, um das UN-Ziel für 2030 – die Lebensmittelabfälle zu halbieren – zu erreichen. Der Druck, Ergebnisse vorzuweisen, steigt.
Nichtregierungsorganisationen, die Teil der Koalition gegen Lebensmittelverschwendung (Prevent Waste Coalition, PWC) sind mit dem Verhandlungsergebnis jedoch nicht zufrieden.
Brüssel würde mit den gesetzten Zielen „effektiv planen zu scheitern“ in Bezug auf die Erfüllung der internationalen Verpflichtungen, sagte Martin Bowman von der Umweltgruppe Feedback EU.
Er bedauere auch, dass die Mitgesetzgeber nicht früher auf den bereits im Jahr 2023 vorgebrachten Kommissionsvorschlag reagiert hätten. „Die Verantwortung dafür liegt insbesondere beim EU-Rat, der die Verhandlungen verzögert und dann auf schwache Ziele gedrängt hat“.
Trotzdem begrüßt die PWC-Koalition den Meilenstein, da es sich nicht nur um die ersten rechtsverbindlichen EU-Ziele handelt, sondern einige auch unter den ersten ihrer Art weltweit sind.
Die Vereinbarung muss nun vom Europäischen Parlament und vom EU-Rat bestätigt werden, bevor sie offiziell verabschiedet werden kann.
[ADM/OM/VB]