EU-Energierichtlinie an einem Wendepunkt [DE]

Die Integration des europäischen Energiemarkts findet zwar statt, geht allerdings relativ langsam voran, argumentierte der Vorsitzende der Gruppe der europäischen Regulierungsbehörden für Elektrizität und Erdgas (ERGEG), John Mogg, in einem Interview mit EURACTIV Tschechien. 

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Die Integration des europäischen Energiemarkts findet zwar statt, geht allerdings relativ langsam voran, argumentierte der Vorsitzende der Gruppe der europäischen Regulierungsbehörden für Elektrizität und Erdgas (ERGEG), John Mogg, in einem Interview mit EURACTIV Tschechien. 

Mogg sagte, dass sich der Wind für die Europäischen Energieregulierungsbehörden jetzt drehe, da die EU sich zurzeit im Verhandlungsprozess um die Macht und die Rolle der bald zu gründenden Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER; Agency for the Cooperation of Energy Regulators) befindet (EURACTIV vom 19. Februar 2009).

Im Gegensatz zu anderen bestehenden Organisationen, werde ACER mehr sein, als eine lediglich nationale Behörde und zwar eine „physisch unabhängige europäische Körperschaft sein, die über einen Regulierungsausschuss verfügt, der für Entscheidungen verantwortlich ist.

Mogg argumentierte, dass die Netzverbindungen zurzeit fehlen. Transitländer im Besonderen, sähen keine Vorteile darin teilzunehmen. Die Gaskrise, habe jedoch die gezeigt, dass die Unsicherheit die Mitgliedsstaaten dazu drängen werde, bessere Vereinbarungen zu treffen, die die Wichtigkeit von besseren Verbindungen und die Solidarität betonen, sagte er. 

„Dadurch wird sich die Agentur auch weiterentwickeln, anders als eine konstruierte Idee, die dem Markt durch Regulierung eine Integration aufzwingt“, folgerte Mogg und fügte hinzu, dass die Zuständigkeiten der Agentur sich dadurch vergrößern, dass der Markt besser integriert wird.

Unterdessen hatten 24 europäische Übertragungsnetzbetreiber (TSO) ENTSO-E gegründet, eine neue europaweite Organisation zur Überwachung der Netze. Mogg argumentierte, die Kommission müsse eine Balance in den Aufgaben von ACER, zukünftigen ENTSOs, sowie Netzwerken von nationalen Netzbetreibern, finden.

Er glaube, die Kommission müsse „all die Expertise, sowie langfristig gemachte Erfahrungen und Kenntnisse über lokale Vorgänge, die die TSOs besitzen nutzen“ und währenddessen die Interessen der europäischen Öffentlichkeit nicht aus den Augen verlieren.

Mogg betonte, dass gemeinsame Netzstandards in einem zunehmend integrierten Markt von bedeutender Wichtigkeit seien, wobei er sich auf größere Stromausfälle vor zwei Jahren bezog, die seiner Meinung nach zumindest teilweise auf unterschiedliche Standards zurückzuführen seien.

„Das Lebenselixier für dieses System werden die Standards sein, die innerhalb des nächsten Jahrzehnts entwickelt werden“, sagte er, warnte allerdings davor, dass noch größere Hürden genommen werden müssten, bevor die EU sich auf gemeinsame Standards einigen werden könne.

Moggs Meinung nach, sei der Vorschlag, den Tschechien im Rahmen seiner EU-Ratspräsidentschaft gemacht hatte, einen Einheitstarif für die Stromübertragung einzuführen, „ausreichend ehrgeizig für eine Ratspräsidentschaft“. Allerdings seien die schwierigsten Diskussionen in seiner Zeit als ERGEG-Vorsitzender, die Auseinandersetzungen zu diesem Thema gewesen, warnte er.

„Wenn es um Geld und ernsthafte Veränderungen geht, bekommt man größere Probleme”, sagte er.

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