EU-Empfehlung für Krisenfälle: Bürger sollen Vorrat für 72 Stunden anlegen
Die neue EU-Strategie für Krisenvorsorge macht Vorschläge, wie die Mitgliedstaaten ihre Bürger auf Krieg, Krisen und Katastrophen vorbereiten können. Haushalte sollten beispielsweise ein Drei-Tage-Überlebenspaket zusammenstellen, um auf einen Krisenfall vorbereitet zu sein.
Die neue EU-Strategie für Krisenvorsorge macht Vorschläge, wie die Mitgliedstaaten ihre Bürger auf Krieg, Krisen und Katastrophen vorbereiten können. Haushalte sollten beispielsweise ein Drei-Tage-Überlebenspaket zusammenstellen, um auf einen Krisenfall vorbereitet zu sein.
Brüssel – Mit einem neuen 30-Stufen-Plan hat die EU-Kommission heute eine Strategie für Krisenvorsorge vorgestellt. Die neuen Pläne basieren auf den Empfehlungen des ehemaligen finnischen Präsidenten Sauli Niinistö, der für die EU eine weit gefasste Definition von Sicherheit skizzierte, die weit über militärische Verteidigung hinausgeht.
„Keine der großen Krisen der letzten Jahre war isoliert oder von kurzer Dauer […], und Europa kann es sich nicht leisten, reaktiv zu bleiben“, heißt es in dem 17-seitigen Dokument.
Die EU-Kommission schlägt 30 Maßnahmen, die die EU-Staaten in den nächsten zwei Jahren umsetzen sollten. Sie reichen von der Risikoüberwachung von Naturkatastrophen und hybriden Bedrohungen bis hin zur Möglichkeit eines bewaffneten Konflikts.
Eine zentrale Forderung lautet, dass die Regierungen sicherstellen sollen, dass die Bürger „praktische Maßnahmen“ ergreifen, um im Notfall „die lebenswichtigen Vorräte für mindestens 72 Stunden aufrechtzuerhalten“.
Dazu gehört „die Anlegung von Vorräten an kritischen Ausrüstungen und Materialien“, zum Beispiel abgefülltes Trinkwasser, Lebensmittel, grundlegende Überlebensausrüstung wie Taschenlampen und Streichhölzer sowie eine wasserdichte Tasche für wichtige Dokumente.
Die Regierungen werden außerdem aufgefordert, ihre nationalen Infrastrukturen wie Gesundheitsversorgung, Wasserversorgung und Telekommunikation für den Konflikt- oder Katastrophenfall krisenfest zu machen.
Zu den weiteren Maßnahmen gehören der Vorschlag für ein „Europäisches Cybersicherheits-Warnsystem“ und die Einführung eines „nationalen Bereitschaftstages“, um die Zusammenarbeit zwischen den öffentlichen Diensten, Unternehmen und Mitgliedstaaten, der EU und der NATO zu trainieren.
Brüssel werde „die Notwendigkeit und Durchführbarkeit eines EU-Gesetzes zur Katastrophenvorsorge prüfen“, heißt es in dem Dokument. Unklar bleibt, wie verbindlich die Bestimmungen sein würden.
Die Europäische Kommission erklärte, sie werde die Finanzinstrumente für die Krisenreaktion überprüfen, um sie an die verschiedenen Arten von Katastrophen und den Bedarf in der EU und den Partnerländern anzupassen.
[MM]