EU einigt sich auf Datenerhebung für nachhaltige Landwirtschaft

Die EU-Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament haben sich darauf geeinigt, ein Netzwerk für Nachhaltigkeitsdaten landwirtschaftlicher Betrieben einzuführen, das durch die Sammlung von Daten Umwelt- und Klimaschutz in der Landwirtschaft vorantreiben soll.

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Die Europäische Kommission hatte die Einrichtung des Netzwerks erstmals im Juni letzten Jahres vorgeschlagen, um die Ziele der EU-Flaggschiff-Politik für nachhaltige Lebensmittel, der "Farm to Fork"-Strategie, besser umzusetzen und Daten zu nutzen, um die Lebensmittelsysteme der EU klima- und umweltfreundlicher zu gestalten. [SHUTTERSTOCK/MONOPOLY919]

Die EU-Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament haben sich darauf geeinigt, ein Netzwerk für Nachhaltigkeitsdaten landwirtschaftlicher Betrieben einzuführen, das durch die Sammlung von Daten Umwelt- und Klimaschutz in der Landwirtschaft vorantreiben soll.

Die Europäische Kommission hatte die Einrichtung des Netzwerks erstmals im Juni letzten Jahres vorgeschlagen, um die Ziele der EU-Flaggschiff-Politik für nachhaltige Lebensmittel, der Farm-to-Fork-Strategie, besser umzusetzen und Daten dazu zu nutzen, die Lebensmittelsysteme der EU klima- und umweltfreundlicher zu gestalten.

Am Donnerstag (29. Juni) einigten sich die Verhandlungspartner des Parlaments und des EU-Ministerrats auf eine angepasste Version des Textes. Dieser muss nun lediglich noch formell von den Vertretern der Mitgliedsstaaten und dem Parlamentsplenum angenommen werden.

„Sobald die Verordnung in Kraft tritt, werden wir in der Lage sein, Daten über die Nachhaltigkeit der landwirtschaftlichen Praktiken auf Betriebsebene zu erheben“, sagte der schwedische Landwirtschaftsminister Peter Kullgren an seinem letzten Tag als Vorsitzender des Agrarrates.

Es ist die letzte Rechtsvorschrift, die unter schwedischer Präsidentschaft im Bereich der Landwirtschaft verabschiedet wurde. Zum 1. Juli übernimmt Spanien den Vorsitz im Ministerrat.

Fortschritte messen

„Dies wird uns einen breiteren und strafferen Datensatz zur Verfügung stellen, mit dem wir die Herausforderungen der Nachhaltigkeit besser angehen und unsere Fortschritte bei der Erreichung unserer Ziele überwachen können“, fügte Kullgren hinzu.

Während die EU die Erhebung und den Austausch von Daten über landwirtschaftliche Betriebe derzeit über das Informationsnetz landwirtschaftlicher Buchführungen organisiert, soll die Umstellung auf ein Netzwerk für Nachhaltigkeitsdaten landwirtschaftlicher Betriebe den Klima- und Umweltschutz in den Mittelpunkt der gesammelten Daten stellen.

Auf diese Weise soll das Netzwerk künftig in der Lage sein, zusätzlich zu mikroökonomischen und buchhalterischen Daten, die bereits jetzt erfasst werden, auch Umwelt- und Sozialdaten zu sammeln.

Der Schritt soll dazu beitragen, die Fortschritte bei der Erreichung der Ziele der Farm-to-Fork-Strategie sowie der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU „mithilfe geeigneter Daten und Indikatoren“ zu messen, wie der Rat in einer Aussendung mitteilte.

Landwirte ins Boot holen – aber freiwillig

Der Text, auf den sich die Verhandlungspartner geeinigt haben, befasst sich auch mit der Herausforderung, Betriebe für die Teilnahme am neuen Netzwerk zu gewinnen. Landwirte sind häufig skeptisch, wenn es darum geht, auf dem Betrieb erhobenen Daten preiszugeben.

Dem Kompromiss zufolge ist die Teilnahme an der Datenerhebung für die Landwirte nicht verpflichtend, die Mitgliedsstaaten sollen jedoch Anreize schaffen, um die Teilnahme attraktiv zu machen.

Gleichzeitig dürfen diejenigen Betriebe, die ihre Daten freiwillig teilen, der Einigung zufolge aufgrund dieser Informationen keine Nachteile – beispielsweise durch Sanktionen für umweltschädliche Praktiken – haben.

Die Vereinbarung enthält auch Bestimmungen für den Datenaustausch zwischen dem neuen Netzwerk und anderen Datenbanken auf EU-Ebene oder auf nationaler Ebene.

[Bearbeitet von Gerardo Fortuna/Nathalie Weatherald]