EU bekommt Plan zur Kommerzialisierung von CO2-Speicherung angeboten [DE]
Ein EU-Demonstrationsprogramm soll in den nächsten zehn Jahren die groß angelegte Umsetzung von Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) vorantreiben. Es wurde am 10. November 2008 von einer Plattform, die viele verschiedene Interessenvertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und NGO vereint, die die Technologie unterstützen, vorgestellt.
Ein EU-Demonstrationsprogramm soll in den nächsten zehn Jahren die groß angelegte Umsetzung von Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) vorantreiben. Es wurde am 10. November 2008 von einer Plattform, die viele verschiedene Interessenvertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und NGO vereint, die die Technologie unterstützen, vorgestellt.
Insgesamt zehn bis zwölf Demonstrationsprojekte, bei denen eine Reihe verschiedener Technologien zur Anwendung käme, müssten bis 2015 errichtet werden, um die Kohlenstoffabscheidung und -speicherung zu einer “risikofreien” Technologie zu entwickeln und bis 2020 rentabel zu machen, so ein Bericht der European Technology Platform for Zero Emission Fossil Fuel Power Plants (ZEP).
ZEP arbeitete heraus, in welchen Bereichen es weiterer Tests bedürfe, wenn das CCS kommerzialisiert werden solle und steckte das „optimale Portfolio für Demonstrationsprojekte“ ab, die die gesamte Bandbreite von CCS-Technologien und Brennstoffen, sowie alle geographischen und geologischen Aspekte in ganz Europa abdecken. Die Plattform kommt zu dem Schluss, dass acht der zur Zeit angekündigten Projekte, die meisten Kriterien wahrscheinlich erfüllen würden. Allerdings würden zwei bis vier weitere Projekte nötig sein, um die restlichen Unbekannten zu erhellen.
ZEP kam außerdem zu dem Schluss, dass noch die entsprechenden Anreize fehlten, um sicherzustellen, dass die Kraftwerke bis 2015 gebaut und in Betrieb genommen werden können. Die Plattform meinte, dass zusätzlich sieben bis zwölf Milliarden Euro nötig seien, um die Zusatzkosten für die CCS-Installationen und die Effizienz der Kraftwerke auszugleichen.
Der Bericht übermittelt die Bereitschaft der Wirtschaft, einen großen Teil der Kosten und Risiken zu übernehmen und schlägt vor, dass der Beitrag der Wirtschaft im Rahmen eines strengen Ausschreibungsverfahrens festgesetzt werden solle. ZEP meint allerdings, die Risiken seien zu hoch, um vollständig vor den Aktionären gerechtfertig werden zu können, und forderte, dass sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene weitere Finanzierungsmechanismen eingesetzt werden sollten.
Ein Vorhaben dieses Ausmaßes habe es vorher noch nie gegeben, meinte Dr. Graeme Sweeney, Vorsitzender der ZEP und Vizepräsident für Brennstoffe der Zukunft und CO2 bei Shell, als der Vorschlag erstmals vorgestellt wurde. Dr. Sweeney fügte hinzu, mit Hilfe des Programms könnten die Risiken für die Wirtschaft reduziert und zum öffentlichen Bewusstsein beigetragen werden. Das hielt er für unbedingt notwendig, da sich die CCS-Technologie ohne die Akzeptanz der Öffentlichkeit nicht durchsetzen werden könne.
Die Behauptungen, ein einzelnes Unternehmen oder ein einzelnes Land könne das Risiko allein tragen, hätten weder Hand noch Fuß, meinte Dr. Sweeney und nannte Partnerschaften zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor als die einzige vernünftige Möglichkeit.
Der Vorschlag der ZEP würde dem Antrag des Europäischen Rats entgegenkommen, der die Errichtung und Inbetriebnahme von zwölf großflächigen CCS-Demonstrationsanlagen bis 2015 forderte, und spiegelt die Auswahlkriterien für Projekte im Rahmen eines solchen Programms wider.
Dr. Sweeney erklärte EURACTIV gegenüber, die ZEP habe sich regelmäßig mit den EU-Institutionen ausgetauscht und eng mit dem Europaabgeordneten Chris Davies in Bezug auf dessen Vorschlag für einen Gesetzesrahmen für das CCS zusammengearbeitet. Die ZEP hofft, dass ihr Programm als Europäische Wirtschaftsinitiative in den Europäischen Strategieplan für Energietechnologie (SET-Plan) einfließen wird. Man sei zuversichtlich, dass der Impuls hierfür groß genug sei, meinte Dr. Sweeney.
Andris Piebalgs, der EU-Kommissar für Energie, begrüßte den Vorschlag in der Tat und lobte die Bemühungen der ZEP zur Unterstützung der Kommission, ein Wirtschaftsprogramm voranzutreiben. Er bat die Plattform um weitere Unterstützung.