EU-Bahngesellschaften gewähren geflüchteten Ukrainern freie Fahrt

Bahngesellschaften in ganz Europa bieten jetzt kostenlose Fahrten für Ukrainer:innen an, die durch den von Russland geführten Krieg vertrieben wurden.

EURACTIV.com
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Bahnunternehmen in der gesamten Union haben eine koordinierte Anstrengung unternommen, um ihre Türen für ukrainische Flüchtlinge zu öffnen. [<a href="https://www.shutterstock.com/image-photo/friedland-germany-april-29-2016-due-1498821239" target="_blank" rel="noopener">Markus Pfetzing / Shutterstock.com</a>]

Bahngesellschaften in ganz Europa bieten jetzt kostenlose Fahrten für Ukrainer:innen an, die durch den von Russland geführten Krieg vertrieben wurden.

Fahrgäste mit einem ukrainischen Reisepass oder Personalausweis sind in Polen, Deutschland, Österreich, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Dänemark von den Fahrpreisen befreit.

Der Leiter der EU-Generaldirektion für Verkehr, Henrik Hololei, lobte die Entscheidung, kostenlose Fahrten anzubieten, und bezeichnete sie als „echte europäische Solidarität in Aktion“.

Beiträge in den sozialen Medien bestätigen, dass Ukrainer:innen, die in polnischen Zügen reisen, gegen Vorlage ihres Reisepasses kostenlose Fahrkarten erhalten haben.

„In diesen Zeiten ist es wichtig, dass wir rasch und unkompliziert helfen. Genau das tun wir“, schrieb Österreichs Verkehrsministerin Leonore Gewessler auf Twitter und kündigte an, dass Ukrainer:innen in den Zügen der ÖBB gratis fahren könnten. Gewesslers Tweet wurde neben Deutsch auch auf Ukrainisch und Englisch gepostet.

Die Deutsche Bahn hat sich bereit erklärt, die Züge von Polen nach Berlin mit zusätzlichen Waggons auszustatten, um die Nachfrage zu decken und bei Bedarf zusätzliche Züge einzusetzen, um die Kapazität zu erhöhen.

In einer am Sonntag (27. Februar) veröffentlichten Erklärung erklärte die Deutsche Bahn, sie wolle „Flüchtenden die Weiterreise ab der [polnischen] Grenze und innerhalb Deutschlands“ erleichtern.

Derzeit gibt es täglich bis zu acht Eurocity-Fernverkehrszüge von Polen nach Deutschland, die in Warschau, Danzig, Przemysl (eine Stadt an der Grenze zur Ukraine), Krakau und Breslau abfahren.

Seit Beginn der russischen Invasion sind rund 300.000 Flüchtlinge aus der Ukraine in die EU gekommen, die meisten von ihnen über die polnische Grenze.

Es wird erwartet, dass die Zahl der Vertriebenen, die aus der Ukraine in die EU kommen, in den kommenden Wochen mehr als eine Million erreichen wird.

„Wir werden jeden aufnehmen, der Hilfe braucht… Wir sind bereit, Zehn- oder Hunderttausende von ukrainischen Flüchtlingen aufzunehmen“, sagte der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki kürzlich in einem Interview mit der deutschen Presse.

[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic]