EU-Anleihe zu Rettungshilfen stößt auf große Nachfrage

Die EU ist bei einer Anleihe zur Finanzierung der Irland-Hilfen auf starkes Interesse der Investoren gestoßen. Über den European Financial Stability Mechanism (EFSM) platzierte die Union Anleihen in Höhe von 5 Milliarden Euro. Bereits nach 45 Minuten wurden die Bücher geschlossen.

Die EU hat erfolgreich Geld für Irland aufgenommen. Foto: dpa
Die EU hat erfolgreich Geld für Irland aufgenommen. Foto: dpa

Die EU ist bei einer Anleihe zur Finanzierung der Irland-Hilfen auf starkes Interesse der Investoren gestoßen. Über den European Financial Stability Mechanism (EFSM) platzierte die Union Anleihen in Höhe von 5 Milliarden Euro. Bereits nach 45 Minuten wurden die Bücher geschlossen.

Für die fünf Milliarden Euro schwere Emission habe es Nachfragen im Volumen von 20 Milliarden Euro gegeben, berichtete der Informationsdienst IFR am Mittwoch. Bereits nach 45 Minuten seien die Orderbücher am Vormittag geschlossen worden, verlautete aus mit der Transaktion vertrauten Kreisen.

Die Rendite für das Papier mit einem Kupon von 2,5 Prozent wurde am Abend auf zwölf Basispunkte über Swap-Mitte festgesetzt. Wegen der starken Nachfrage hatte es Spekulationen gegeben, die Rendite könne sogar noch geringer ausfallen.

Als Emittent finanziert die EU damit einen Teil ihres Beitrags am Rettungspaket für das hoch verschuldete Irland über den Europäischen Finanzstabilisierungsmechanismus (EFSM).

Der EFSM ist ein Notkreditrahmen der EU über 60 Milliarden Euro und bildet zusammen mit Kreditgarantien der Euro-Staaten über 440 Milliarden Euro (European Financial Stability Mechanism, EFSF) und Kreditlinien des Internationalen Währungsfonds über 250 Milliarden Euro den Schutzschirm für angeschlagene Euro-Länder.

Spannung vor richtungsweisender Emission

Mit großer Spannung blickt der Finanzmarkt auch auf die richtungweisende Emission, bei der der Rettungsfonds der Euro-Zone (EFSF) erstmals als Einheit am Kapitalmarkt auftritt. Eine Anleihe wird für Ende Januar erwartet. EFSF-Chef Klaus Regling hat angekündigt, den Kapitalmarkt 2011 um 16,5 Milliarden Euro anzuzapfen und 2012 um zehn Milliarden Euro.

Wird die Anleihe ein Erfolg, würde das die Fraktion der Eurobond-Befürworter um Luxemburgs Ministerpräsidenten Jean-Claude Juncker stärken. Floppt sie, hätten die Gegner um Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Grund mehr zum Widerstand. Merkel will verhindern, dass Deutschland bei einer gemeinsamen Anleihe der Euro-Länder seinen Zinsvorteil am Finanzmarkt verliert.

Staatsanleihen des Bundes gelten als richtungweisend, weil das Ausfallrisiko als äußerst gering eingeschätzt wird. Deutschland genießt eine hervorragende Bonität am Finanzmarkt, die hoch verschuldeten Krisenländer wie Irland, Portugal und Spanien hingegen müssen Anlegern deutlich höhere Zinsen bieten.

EURACTIV/rtr/dto

Links

Dokumente

Rat: Statement by the Eurogroup and ECOFIN Ministers: Irland-Hilfe (28. November 2010)

Rat: Statement by the Eurogroup: Irland-Hilfe (28. November 2010)

Rat: Pressemitteilung zur außerordentlichen Sitzung der EU-Finanzminister (10. Mai 2010)

Rat: Verordnung 407/2010 zur Einführung eines europäischen Finanzstabilisierungsmechanismus (11. Mai 2010)

European Financial Stability Facility / EFSF:
Internetseite

Finanzministerium:
European Financial Stability Facility (EFSF)- Rahmenvertrag (7. Juni 2010)

Bundestag: Entwurf eines Gesetzes zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus. Drucksache 17/1685 (11. Mai 2010)

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