EU-Abkommen das Flugverbot aufzuheben von neuer Vulkanasche getrübt

Einem EU-Abkommen zufolge sollten Flüge über große Teile Europas hinweg am Dienstag wieder aufgenommen werden um den Luftraum schrittweise wieder zu öffnen, der aufgrund einer von einem isländischen Vulkan ausgespienen Aschewolke gesperrt worden war.

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Einem EU-Abkommen zufolge sollten Flüge über große Teile Europas hinweg am Dienstag wieder aufgenommen werden um den Luftraum schrittweise wieder zu öffnen, der aufgrund einer von einem isländischen Vulkan ausgespienen Aschewolke gesperrt worden war.

EU-Kommissar für Transport Siim Kallas sagte gestern (19. April) nach einer ministeriellen Videokonferenz, dass jetzt mehr Flüge operieren würden, wodurch die tagelangen Störungen für Millionen von Passagieren entschärft werden würden.

Ein paar Flüge verließen Amsterdam und Frankfurt spät am Montagabend.

Frankreich sagte, es öffne einige Flughäfen erneut, um Luftkorridore nach Paris zu schaffen. Der belgische und italienische Luftraum werden ab 8.00h MEZ wieder geöffnet sein. Trotzdem werden Flugzeuge voraussichtlich noch bis heute,14.00h MEZ Brüssel nicht verlassen können.

Derweil warnten britische Fluglotsen, dass eine neue Aschewolke auf Hauptflugrouten zusteuere, obwohl Pläne bestehen blieben, Schottlands Flughäfen um 8.00h MEZ wiederzueröffnen. EU-Transportminister beschlossen gestern, den Flugverkehr schrittweise wieder aufzunehmen, und definierten drei Verkehrszonen:

  • Eine Zone in unmittelbarer Nähe des Vulkans, in der die Aschekonzentration in der Atmosphäre am höchsten ist und in der der Flugverkehr aus Sicherheitsgründen gesperrt bleiben wird
  • Eine weitere Zone, in der Teilsperrungen von Flügen, gestützt auf lokale Einschätzungen und wissenschaftlichen Rat, auferlegt werden
  • Eine dritte Zone, in der Flüge nicht eingeschränkt werden

Die schrittweise Wiedereröffnung des Luftraumes wird um 8.00h MEZ beginnen, aber die Europäische Kommission, die das Treffen der Transportminister per Videokonferenz organisierte, konnte keine Angaben machen, welche Länder das Verbot aufheben würden, und sagte, diese Entscheidung läge bei den nationalen Behörden.

Technische Anstrengungen, um die genauen Grenzen der drei Verkehrszonen zu definieren, waren gestern Nacht bei Eurocontrol, welches die Luftfahrtbehörden von 38 europäischen Ländern repräsentiert, noch in vollem Gange. Die Entscheidung, damit zu beginnen das Verbot aufzuheben, kam, nachdem die Luftfahrtindustrie schweren Druck ausgeübt hatte und die EU beschuldigt hatte, zu langsam zu reagieren.

„Die Schwere der Auswirkungen [auf die Luftfahrt] ist zu diesem Zeitpunkt größer als nach dem 11. September, als der US-Luftraum drei Tage lang gesperrt war“, so der Leiter des Weltluftfahrtverbandes IATA, Giovanni Bisignani.

„Wir müssen von dieser flächendeckenden Sperre wegkommen und Wege finden, den Luftraum schrittweise wieder zu öffnen.“

Doch Siim Kallas, EU-Kommissar für Transport, sagte, es würde „keine Kompromisse in der Sicherheit“ geben und jede Entscheidung, die Sperre aufzuheben, müsse auf wissenschaftlichen Fakten basieren und nicht auf politischem oder wirtschaftlichem Druck.

In der Zwischenzeit suchen Passagiere, die im Ausland festsitzen nach wie vor nach Wegen, nach Hause zu kommen. Gestern sandte Großbritannien drei seiner Royal Navy Kriegsschiffe, um seine Bürger vom europäischen Kontinent in die Heimat zu bringen. Eines sollte in Spanien ankommen.

EU-Minister sollen wirtschaftliche Auswirkungen der Aschewolke debattieren

Jedoch bleibt es unklar, wie Länder mit dem wirtschaftlichen Schaden der Krise umgehen werden, und einige beginnen schon jetzt von einem Rettungspaket für die Luftfahrtindustrie zu sprechen, ähnlich dem, welches 2008 für den Bankensektor beschlossen wurde.

„Die Krise kostet die Fluggesellschaften wenigstens 200 Millionen Dollar am Tag in Verdienstausfällen und die Europäische Wirtschaft erleidet Milliarden an verlorenem Geschäft. Im Angesicht solch ungeheurer wirtschaftlicher Schäden ist es unglaublich, dass die EU-Transportminister fünf Tage gebraucht haben, um eine Telekonferenz zu organisieren“, sagte Giovanni Bisignani, Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender der IATA.

„Wir stecken schon tief genug in dieser Krise, um unsere Unzufriedenheit über die Art und Weise, wie die Regierungen sie gehandhabt haben, auszudrücken: ohne Risikoeinschätzungen, ohne Konsultation, ohne Koordinierung und ohne Führungskraft.“

Die weltweiten von der Aschewolke verursachten Verluste der Industrie für Passagiergeschäft und Frachtunternehmen könnten sich auf bis zu 3 Milliarden Dollar belaufen, sagte Helane Becker, eine Analystin der Firma Jesup & Lamont Securities, am Montag gegenüber Reuters Insider. Für US-Fluglinien schätzte sie die Verluste auf 400 – 600 Millionen Dollar.

Die spanische EU-Präsidentschaft sagte, sie werde in den kommenden Tagen oder Wochen ein weiteres Treffen einberufen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise anzugehen.

EURACTIV und Reuters.