Ethnische Serben boykottieren Wahlen im Kosovo
Die niedrige Wahlbeteiligung der ethnischen Serben lässt künftige Gespräche über die Unabhängigkeit Kosovos fraglich erscheinen.
Die niedrige Wahlbeteiligung der ethnischen Serben
lässt künftige Gespräche über die
Unabhängigkeit Kosovos fraglich erscheinen.
Die ‚Demokratische Liga‘ von Präsident
Ibrahim Rugova ist nach ersten Angaben mit großem
Abstand als klarer Sieger aus den Parlamentswahlen im
Kosovo am 23.Oktober hervorgegangen. Nach
Zwischenergebnissen erhielt die Partei 47 Prozent der
Stimmen. Die offiziellen Ergebnisse werden am 25.Oktober
veröffentlicht. Die Demokratische Partei Kosovos
wird zweitstärkste Partei.
Obgleich die Wahlbeteiligung bei 53 Prozent lag,
wurden die Wahlen vom Boykott der ethnischen Serben
geprägt. Nach Berichten lag ihre Beteiligung bei
weniger als einem Prozent.
Kosovo ist rechtlich gesehen noch immer ein Teil
Serbiens. Eine Mehrheit der albanischstämmigen
Bürger, die 90 Prozent der Gesamtbevölkerung
des Kosovo ausmachen, ist indes für die
Unabhängigkeit der Provinz. Seit 1999 wird die
Provinz unter Leitung der NATO von den Vereinten Nationen
verwaltet. Die UN hatte gehofft, dass die so genannten
‚Gespräche von Wien‘, den Weg für
Verhandlungen über eine mögliche
Unabhängigkeit des Kosovo bahnen würden. Offene
Unterstützung für den Wahlboykott seitens
führender serbischer Politiker, darunter auch des
Regierungschefs Vojislav Kostunica, lässt die
Zukunft der Gespräche von Wien indes fraglich
erscheinen. Angesichts des Wahlverlaufs wird Kostunica
entscheiden müssen, ob er das neue Parlament und die
aus ihm hervorgehende Regierung anerkennen
will.
Am 24.Oktober hat UN-Generalsekretär Kofi Annan
den Serben „die zur Wahl gegangen sind und für
das Parlament kandidiert haben für ihren Mut, dem
Druck standzuhalten, “ gratuliert. In einer
Pressemitteilung ruft Annan die führenden Politiker
Kosovos dazu auf, das Wahlergebnis zu respektieren.