Erdöl: EU sollte militärischen Schutz nicht ausschließen [DE]
Ein Experte eines führenden US-amerikanischen Think-Tanks hat betont, die EU solle sich bereithalten, um die USA bei der Verteidigung strategischer Verbindungswege und Anlagen zur Ölversorgung im Nahen Osten gegen möglicher terroristische Angriffe unterstützen zu können.
Ein Experte eines führenden US-amerikanischen Think-Tanks hat betont, die EU solle sich bereithalten, um die USA bei der Verteidigung strategischer Verbindungswege und Anlagen zur Ölversorgung im Nahen Osten gegen möglicher terroristische Angriffe unterstützen zu können.
Simon Henderson, Direktor des Washingtoner „Institute for Near East Policy“, betonte, dass Europa alle Möglichkeiten, einschließlich der militärischen, in Erwägung ziehen sollte, wenn es die Liefersicherheit von Öl im 21. Jahrhundert betrachtet.
Bei seiner Rede im Transatlantic Institute am 17. April 2007 in Brüssel, forderte Henderson eine engere Zusammenarbeit zwischen der EU und den USA, um mögliche terroristische Angriffe auf Raffinerien und Anlagen abzuwehren und zu gewährleisten, dass die Lieferungen auch weiterhin zu angemessenen Bedingungen zugestellt werden könnten.
Die Tatsache, dass 20% der Öltransporte weltweit durch die Straße von Hormuz im Persischen Golf transportiert werden, sollte das gemeinsame Interesse der EU und der USA stärken, die Sicherheit dieser Verbindung zu schützen, so Henderson.
Sollte diese Route unterbrochen werden, würde die Welt von den USA erwarten, dass sie für die Versorgungssicherheit sorgen, so Henderson. Er fügte hinzu, dass Europa die USA hierbei unterstützen müsste.
Der Wissenschaftler forderte ebenfalls, dass der Dialog mit den wichtigsten Erdöllieferanten im Nahen Osten erweitert werden und auch andere Aspekte außer Energiefragen umfassen sollte, um die wirtschaftliche Vielfalt in der Region, die zunehmend auf die Einnahmen aus dem Westen angewiesen ist, zu gewährleisten.
Während sowohl die EU als auch die USA bemüht seien, ihre Abhängigkeit vom Öl zu reduzieren, hätten die Staaten im Nahen Osten ein ähnliches Interesse daran, die Vielfalt ihrer Wirtschaft zu stärken, so Catherine Hunter von der Internationalen Energieagentur (IEA).
Diversifizierung sei für beide Seiten von Vorteil, so Hunter, die hinzufügte, dass der Westen den Lieferantenstaaten versichern sollte, dass die Nachfrage nach Erdöl zu einem gewissen Grad, trotz der Strategien zur Reduzierung der Ölabhängigkeit, bestehen bleiben würde.