EP Ausschuss bewilligt vorläufige Massnahmen für Mehrsprachigkeit

Angesichts eines möglichen Mangels an Übersetzern und Dolmetschern nach dem 1. Mai, hat der Parlamentsausschuss für Verfassungsangelegenheiten einen Bericht angenommen, welcher die bestmögliche Nutzung der begrenzten Sprachressourcen ermöglichen soll.

Angesichts eines möglichen Mangels an Übersetzern und Dolmetschern nach dem 1. Mai, hat der Parlamentsausschuss für Verfassungsangelegenheiten einen Bericht angenommen, welcher die bestmögliche Nutzung der begrenzten Sprachressourcen ermöglichen soll.

Der Bericht von Gianfranco Dell’Alba (fraktionslos, MdEP, Italien) ist ein notwendiger Kompromiss zwischen „voller Mehrsprachigkeit“ in parlamentarischen Angelegenheiten und begrenzter Mehrsprachigkeit außerhalb von Brüssel, Straßburg und Luxemburg.

Der Bericht wurde vom Sekretariat angefordert, um den Bedarf an vorbeugenden Maßnahmen hinsichtlich der Anwendung der allgemeinen in der Geschäftsordnung des Parlaments festgelegten Regeln zur Mehrsprachigkeit (insbesondere Artikel 117 und 139), zu untersuchen. Er kommt damit als Reaktion auf die noch offene Frage, wie begrenzte Übersetzungsressourcen nach dem 1.Mai bestmöglich verteilt werden können. In Bezug auf einen mündlichen Änderungsvorschlag (Änderungsvorschlag 2, Artikel 117, Absatz 3) eines Stellvertrerters des Berichterstatters hatte man sich darauf geeinigt, dass die Entscheidung des Sekretariats endgültig sein würde, sollte es hinsichtlich der Mehrsprachigkeitsregelungen Meinungsverschiedenheiten zwischen den Ausschuss- oder Delegationsmitgliedern geben.

Ein Vorschlag, der sich auf die mögliche parallele Einführung einer neutralen „Pivot-Sprache“, wie beispielsweise Esperanto, bezog, wurde abgelehnt. Der Hintergrund der Einführung solch einer Sprache war, „zur Beibehaltung der existierenden Sprachen beizutragen und gleichzeitig eine Situation zu vermeiden, in der eine dieser Sprachen nicht nur eine Vorrangstellung einnimmt, sondern die anderen Sprachen schließlich ganz verdrängt“.

Darum bittend auf französisch zitiert zu werden, beschrieb Dell’Alba die gegenwärtige Praxis als ein Stärkung der „l’importante sur-représentation d’une seule langue dominante“ [beträchtlichen Überrepräsentation einer einzigen alles beherrschenden Sprache]. Er betrachtet Esperanto als „la vraie possibilité d’une équité linguistique souvent affichée par le Parlement Européen“ [eine echte Möglichkeit für sprachliche Gleichberechtigung, wie sie vom Europäischen Parlament verfochten wird].