Entscheidungsträger diskutieren über EU-Technologieinstitut [DE]

Mehrere Entscheidungsträger vertreten die Ansicht, dass die geplante Finanzierung des Europäischen Technologieinstituts (ETI) undurchsichtig ist und der Zweck des Instituts außerdem alles andere als klar ist. Die Kommission fordert hingegen Fortschritte: Nun sei ein guter Zeitpunkt für die Schaffung des ETI.

Mehrere Entscheidungsträger vertreten die Ansicht, dass die geplante Finanzierung des Europäischen Technologieinstituts (ETI) undurchsichtig ist und der Zweck des Instituts außerdem alles andere als klar ist. Die Kommission fordert hingegen Fortschritte: Nun sei ein guter Zeitpunkt für die Schaffung des ETI.

Ján Figel, Kommissar für Bildung, betonte bei der öffentlichen Anhörung am 2. Mai 2007 seine Zufriedenheit darüber, dass man nicht länger darüber diskutiere, ob das Europäische Technologieinstitut (ETI) einzurichten sei oder nicht, sondern wie man es einrichten werde.

Die Äußerungen der Experten, die Figels Fazit vorausgingen, zeigten jedoch ernsthafte Zweifel an den rechtlichen und finanziellen Strukturen des vorgeschlagenen ETI. Sie stellten den Wert eines solchen zusätzlichen Instituts in Frage.

Nina Škottová, die Zuständige des Finanzausschusses für das ETI, sprach von ‚rechtlichen Zweifeln’ an der geplanten Finanzierung und befürchtet, dass die Aktivitäten des ETI auf Kosten regionaler EU-Projekte finanziert würden, da das die Mittel aus Struktur- und Regionalfonds abgezweigt werden könnte. Eric Hödl von der Europäischen Akademie für Wissenschaften und Künste sagte, dass eine Bevorzugung des ETI gegenüber bestehenden Forschungs- und Innovationsaktivitäten dem ‚Universitätssystem der EU ernsthaft schaden’ werde. 

Der gegenwärtige Vorschlag habe neben den bereits existierenden Programmen und Instrumenten keinen Wert. Man sei insbesondere in Hinsicht auf die Finanzierung besorgt, da zahlreiche parallele Strukturen existierten, sagte Willi Fuchs, Präsident der Föderation Europäischer Nationaler Ingenieurverbände (FEANI). Er schlug vor, stattdessen regionale Aktivitäten für Innovation zu fördern, weil es oftmals Forschung und Innovation auf regionaler Ebene seien, die Arbeitsplätze schüfen. 

Kari Raivio von der Liga europäischer Forschungsuniversitäten (LERU) empfahl dem Parlament und dem Rat, sorgfältig darüber nachzudenken, inwiefern das ETI eine Verbesserung darstelle und an bestehende Pläne und Programme angepasst werden könne, welche die Qualität und Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Hochschulwesens, Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und das Innovationssystem der Union verbessern sollten. 

In Hinblick auf Bildung könne das ETI vielleicht von zusätzlichem Wert sein, da die Ausbildung von Doktoranden zum Teil innerhalb der Wirtschaft stattfände. Solche gemeinsamen Aktionen könnten und sollten zwischen Universitäten und Unternehmen entwickelt werden, ohne dass es jedoch notwendig sei, eine neue Dienststelle zu schaffen, sagte Raivio.

In Bezug auf Forschung und Entwicklung könne das ETI sinnvoll sein, wenn es die Zusammenarbeit zwischen exzellenten bestehenden Forschungseinheiten in Universitäten, Forschungsinstituten und der Wirtschaft stärke. Eine solche Zusammenarbeit sei allerdings bereits weit verbreitet und freiwillig; es sei nicht abzusehen, dass von oben verordnete Prioritäten zu neuen Zusammenführungen von Talenten führten, sagte Raivio.

Er betonte auch, dass der einzige Grund für das ‚Innovationsdefizit’ zwischen der EU und den Vereinigten Staaten der Betrag sei, den man in Forschung und Entwicklung investiere. Alle europäischen Staaten lägen weit hinter der jährlichen Summe von 300 Mrd. Dollar zurück, die in den USA für Forschung und Entwicklung ausgegeben werde. Die Summe von 2,4 Mrd. Euro, die für das ETI zwischen 2008 und 2013 vorgesehen sei, stelle keine entschiedene Erhöhung der Finanzierung dar.