Energiekrise ist Priorität für Rom

Obwohl Italien von den vier Ländern am stärksten von Russland abhängig ist, vertritt die so genannte "Club Med"-Achse einen gemeinsamen Standpunkt zum Thema Energie.

EURACTIV.it
Italian Prime Minister Draghi meets Spainish, Greek and Portuguese counterparts
Die südeuropäischen Staats- und Regierungschefs haben einen mehrstufigen Plan ins Auge gefasst: die Entkopplung des Strompreises vom Gaspreis, die Begrenzung dieses Preises (eine Möglichkeit wäre eine feste europäische Obergrenze), die Diversifizierung der Energiequellen und die Arbeit an der Verbindung der Energieinfrastruktur. [EPA-EFE/ETTORE FERRARI]

Die Premierminister Italiens, Spaniens, Portugals und Griechenlands, die sich am Freitag in Rom trafen, haben sich auf ein gemeinsames Vorgehen für den Europäischen Rat in dieser Woche geeinigt. Sie werden die EU auffordern, eine starke und gemeinsame Antwort auf die Energiekrise zu finden.

Obwohl Italien von den vier Ländern am stärksten von Russland abhängig ist, vertritt die sogenannte „Club Med“-Achse einen gemeinsamen Standpunkt zum Thema Energie.

Die südeuropäischen Staats- und Regierungschefs haben einen mehrstufigen Plan ins Auge gefasst: die Entkopplung des Strompreises vom Gaspreis, die Begrenzung dieses Preises (eine Möglichkeit wäre eine feste europäische Obergrenze), die Diversifizierung der Energiequellen und die Arbeit an der Verbindung der Energieinfrastruktur.

„Ein gemeinsames Management des Energiemarktes ist für alle von Vorteil: Gemeinsame Speichermöglichkeiten ermöglichen es uns, uns im Falle von Schocks gegenseitig zu schützen“, schlug Premierminister Mario Draghi vor, der Gastgeber des Treffens war.

Der spanische Premierminister Pedro Sánchez forderte ebenfalls ein gemeinsames Engagement für eine „Diversifizierung der Energiequellen“.

„Wir müssen den Bürgern eine europäische Antwort geben und nicht 27 verschiedene“, fügte er hinzu.

„Wir müssen verhindern, dass die Strompreise von den Gaspreisen beeinflusst werden“, sagte der portugiesische Premierminister Antonio Costa und fügte hinzu, dass die „Gefahr bestehe, dass diese Krise den Populismus wieder zum Leben erweckt“.

Der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis, der über eine Videokonferenz zu den drei Staats- und Regierungschefs zugeschaltet war, zeigte sich zuversichtlich, dass auf dem Ratsgipfel ein „ehrgeiziger Text“ verabschiedet werden würde.

Gleichzeitig werden die Kraftstoffpreise ab Dienstag um 25 Cent pro Liter sinken. Einem am Freitag vom Kabinett verabschiedeten Gesetzentwurf zufolge werden die von Unternehmen an ihre Mitarbeiter ausgegebenen Tankgutscheine für 2022 einen Freibetrag von 200 Euro erhalten.

Auch die Gas- und Stromrechnungen für Familien bleiben im Vergleich zum letzten Sommer unverändert, da sich die staatliche Zulage von 4 Millionen Euro auf 5,2 Millionen Euro erhöht. Die beschlossenen Maßnahmen belaufen sich auf insgesamt 4,4 Milliarden Euro.