Endspurt: Klimagipfel bei Nacht

US-Präsident Barack Obama trifft heute auf müde Kollegen. Sie haben eine schlaflose Nacht zum Endspurt des Kopenhagener Klimagipfels hinter sich. Mit informellen Treffen bis Freitagmorgen haben Umweltminister und Experten neue Vorschläge für den Klimagipfel ausgearbeitet. Der EU hielt einen Mini-Gipfel ab.

Bundeskanzlerin Angela Merkel in der nächtlichen Diskussion mit Schwedens Premier Fredrik Reinfeldt (m) und Kommissionpräsident José Manuel Barroso (re). Foto: se2009
Bundeskanzlerin Angela Merkel in der nächtlichen Diskussion mit Schwedens Premier Fredrik Reinfeldt (m) und Kommissionpräsident José Manuel Barroso (re). Foto: se2009

US-Präsident Barack Obama trifft heute auf müde Kollegen. Sie haben eine schlaflose Nacht zum Endspurt des Kopenhagener Klimagipfels hinter sich. Mit informellen Treffen bis Freitagmorgen haben Umweltminister und Experten neue Vorschläge für den Klimagipfel ausgearbeitet. Der EU hielt einen Mini-Gipfel ab.

Wie dänische Medien berichteten, soll dabei eine Einigung auf Klimahilfen für Entwicklungsländer über 100 Milliarden Dollar (69 Milliarden Euro) jährlich ab 2020 angestrebt werden.

Kompromiss nach dem Dessert?

Nach einem Gala-Essen bei Königin Margrethe II. hatten sich in der Nacht auf heute 27 Staats- und Regierungschefs aus verschiedenen Kontinenten auf Initiative der EU zu seinem improvisierten "Mini-Gipfel" getroffen. Es sollten neue Kompromissmöglichkeiten gefunden werden. Zu den Initiatoren gehörte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Danach meinte der schwedische Ministerpräsident und amtierende EU- Ratspräsident Fredrik Reinfeldt: „Es war sehr konstruktiv, wir haben uns auf die wichtigsten Punkte konzentriert.“ Auch Dänemarks Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen äußerte sich optimistisch: „Ich hatte das Gefühl, die Beteiligten hier wollen wirklich eine Einigung.“

Zu den Teilnehmerländern gehörten neben Deutschland und anderen maßgeblichen EU-Ländern auch Südafrika, Japan, Australien, und für die vom Klimawandel besonders hart betroffenen Länder Bangladesch und der Inselstaat Malediven.

Die USA waren durch Außenministerin Hillary Clinton vertreten, während sich gleichzeitig Präsident Barack Obama in seiner „Air Force One“ auf den Weg über den Atlantik Richtung Dänemark machte. Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nahmen am nächtlichen Kopenhagener Mini-Gipfel teil.

Heute Vormittag: Obama trifft Wen Jiabo

Als vorentscheidend für den Endspurt bei der Klimakonferenz gilt ein für den späten Vormittag geplantes Gespräch zwischen Obama und dem chinesischen Ministerpräsident Wen Jiabao. Der Streit zwischen China und den USA sowohl über Verminderungen von Treibhaus- Gasemissionen wie auch über deren Kontrolle und Finanzhilfen an ärmere Länder war seit Beginn der Klimakonferenz vor fast zwei Wochen einer der wichtigsten Hindernisse für eine Einigung.

dpa, EURACTIV