EIT startet erste ‚Wissens- und Innovationsgemeinschaften’ [DE]

Das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT) hat drei große neue Innovationscluster bekannt gegeben, die sich mit Klima, Energie und Informationstechnologie beschäftigen. Jede der Initiativen wird Wissenschaft und Industrie an mehreren Orten in Europa zusammenbringen.

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Das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT) hat drei große neue Innovationscluster bekannt gegeben, die sich mit Klima, Energie und Informationstechnologie beschäftigen. Jede der Initiativen wird Wissenschaft und Industrie an mehreren Orten in Europa zusammenbringen.

Die Wissens- und Innovationsgemeinschaften (KIC) werden eine Anschubfinanzierung von 3 Millionen Euro erhalten und dem EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend Bericht erstatten.

Der Hauptsitz des EIT  in Budapest soll bis April 2010 in Betrieb genommen werden, aber die KIC würden autonom sein und „wie Unternehmen” geführt werden, so der Vorsitzende des Instituts, Martin Schuurmans.

Er sagte, die neuen Cluster würden ergebnisorientiert arbeiten und ihr Einfluss würde anhand konkreter Ergebnisse gemessen werden. Die Gewinner seien auf der Grundlage hervorragender Leistungen sowie der Aussicht auf eine starke und unabhängige Leitung ausgewählt worden.

Unternehmensgeist werde der Schlüssel zu ihrem Erfolg sein, fügte er hinzu. „Die KIC werden wie kleine Unternehmen sein, die ihr eigenes Ding machen. Wir werden Unterstützung und Ratschläge anbieten, aber sie werden ihre eigene Führung haben und auf ihren eigenen beiden Beinen stehen“, sagte Schuurmans bei einem Mediengespräch in Budapest.

Insgesamt wurden 20 Vorschläge von Konsortien eingereicht, die zu den ersten KIC gehören wollten. Die endgültigen drei wurden von einer engeren Auswahlliste von sechs Projekten ausgewählt.

Odile Quintin, hohe Beamtin im Direktorat für Bildung in der EU-Exekutive, sagte, die KIC würden im Vergleich zu früheren Bemühungen zur Errichtung von Forschungsnetzwerken eindeutigere Produkte liefern und sich stärker auf Ergebnisse konzentrieren.

Die neuen Gruppen seien mehr als nur ein Forum für Diskussionen oder Austausch von Informationen. „KIC sollten Ergebnisse erzielen“, sagte Quintin.

Die KIC werden 25% ihrer Finanzierung vom EIT erhalten und sollen sich mittelfristig selbst finanzieren können. Es wird ihnen freistehen, sich finanzielle Unterstützung von privaten Quellen, nationalen Förderorganisationen und EU-Forschungsprogrammen zu beschaffen.

Innovationen für gesellschaftliche Herausforderungen

Die Leiter der drei Gewinnerkonsortien sagten, der Blickpunkt werde auf der Lösung wesentlicher Fragen liegen, vor denen die moderne europäische Gesellschaft stehe, darunter auch jene, über die diese Woche in Kopenhagen heiß debattiert wurde.

Das Klima-KIC wird sich mit Wasser- und Landnutzung sowie mit einer verbesserten Umweltfreundlichkeit europäischer Städte und einer Verbesserung der Systeme für Klimavorhersagen beschäftigen. Sein Ziel ist es, „ein natürlicher Ort“ für die Ansiedlung der F&E-Zentren von Unternehmen für Klimafragen sowie ein Magnet für Spitzenstudenten im Bereich des Klimawandels zu werden.

Es wird über Zentren in London, Zürich, Berlin, Paris und Randstad verfügen.

Das so genannte ‚InnoEnergie’-Konsortium wird sich Erwartungen zufolge mit nachhaltiger Energie beschäftigen und seine Zentren in Karlsruhe, Grenoble, Eindhoven/Leuven, Barcelona, Stockholm und Krakau haben. Das polnische Zentrum ist das einzige, das in Osteuropa angesiedelt sein wird.

Das letzte KIC wird sich mit Informations- und Kommunikationstechnologien beschäftigen und verbindet bereits bestehende Cluster in Berlin, Eindhoven, Helsinki, Paris und Stockholm.

Das EIT hat diese Woche (16. Dezember) siebenjährige Verträge mit den KIC unterzeichnet. Diese können für einen weiteren Zeitraum von sieben Jahren verlängert werden.

Die EU-Exekutive sagte, das EIT sei dafür konzipiert, ein Vorbild für die Ankurbelung von Innovation in Europa zu werden. Damit trage es zu den Zielen der künftigen EU-2020-Strategie bei.