Ein Drohnenangriff der Hisbollah könnte eine ernsthafte Bedrohung für Zypern darstellen

Auf Zypern befinden sich zwei britische Militärstützpunkte, die bereits Ziel von Operationen seitens Iran und der Hisbollah waren.

EURACTIV.com
Hezbollah Supporters Listen To Naim Qassem’s Speech In Beirut
Hisbollah-Mitglieder. [Foto: Fadel Itani/NurPhoto via Getty Images]

Nikosia steht nach dem jüngsten Angriff der Hisbollah auf britische Militärstützpunkte in Zypern vor einer großen Sicherheitsherausforderung, wobei die größte Sorge die Möglichkeit eines groß angelegten Drohnenangriffs ist.

Die südöstliche Mittelmeerinsel, die derzeit den EU-Ratsvorsitz innehat, ist aufgrund ihrer strategischen Lage besonders gefährdet. Obwohl der Libanon weit von Europa entfernt zu sein scheint, ist er nur 40 Flugminuten von Zypern entfernt, sodass die Insel für die unbemannten Flugzeuge der vom Iran unterstützten Hisbollah leicht zu erreichen ist.

Griechische Medien berichteten, dass Drohnen zwar schwer zu erkennen und abzufangen sind, die NATO und die alliierten Streitkräfte in der Region jedoch über die entsprechenden Fähigkeiten verfügen. Dennoch würde es die Verteidigung der Insel erschweren, wenn Dutzende von Drohnen gleichzeitig gestartet würden.

Auf Zypern befinden sich zwei britische Militärstützpunkte, die bereits Ziel von Operationen des Iran und der Hisbollah waren.

Militärische Unterstützung seitens EU-Länder

Als Reaktion auf die eskalierende Bedrohung für Zypern entsenden mehrere EU-Länder militärische Unterstützung: Griechenland hat zwei Fregatten und vier F-16-Kampfflugzeuge entsandt, Frankreich hat den Flugzeugträger Charles de Gaulle geschickt, und Deutschland und Italien erwägen die Entsendung von Fregatten. Berlin plant jedoch derzeit keine militärische Unterstützung für Zypern, teilte die Regierung am Mittwoch mit.

Griechenland erklärte unterdessen, seine Mission sei es, die Verteidigung Zyperns zu unterstützen, nicht die britischen Stützpunkte. London hat sich jedoch auf den Schutz seiner Anlagen konzentriert und kürzlich den Luftabwehrzerstörer HMS Dragon der Royal Navy entsandt.

Die israelischen Streitkräfte gaben am Dienstag bekannt, dass sie Truppen weiter in den Südlibanon entsandt hätten, nachdem die Hisbollah am frühen Montagmorgen mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Nordisrael begonnen hatte. Der libanesische Präsident forderte die Hisbollah am 2. März auf, ihre Waffen abzugeben. Analysten halten dieses Szenario jedoch für äußerst unwahrscheinlich.

Angesichts der erhöhten Sicherheitsbedrohung wird die zyprische Regierung ein Dekret erlassen, das den Einsatz von Drohnen durch Privatpersonen verbietet.

(cm)