Ein Balkan-Binnenmarkt nach EU-Vorbild?

Die EU ermutigte die Balkan-Staaten am gestrigen Donnerstag, einen gemeinsamen Markt zu bilden. So könne man womöglich mehr als 80.000 Arbeitsplätze in der beschäftigungsarmen Region schaffen, so EU-Kommissar Johannes Hahn. EURACTIV Brüssel berichtet.

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EU Commissioner for Enlargement and Neighborhood policy, Johannes Hahn (4th R) poses for family photo at the begining of „Western-Balkan 6“ – Prime Ministers Meeting, in Sarajevo, on March 16, 2017. Commissioner Hahn arrived in an official visit to Bosnian capital to participate in sessions of Western Balkans mini-summit, taking place on March 16-17, in Bosnian capital. Prime Ministers in the photo: Aleksandar Vucic, Serbia (L), Dusko Markovic, Montenegro (2nd L), Edi Rama, Albania (3rd L), Denis Zvizdic, Bosnia and Herzegovina (4th L), Emil Dimitriev, Former Yugoslav Republic of Macedonia (3rd R), Isa Mustafa, Kosovo (2nd R) and Italian Foreign Minister, Angelino Alfano (R).
EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn mit den Regierungschefs von Serbien, Montenegro, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Mazedonien und Kosovo und dem italienischen Außenminister auf einem Treffen Mitte März in Sarajewo. [[European Commission]]

Die EU ermutigte die Balkan-Staaten am gestrigen Donnerstag, einen gemeinsamen Markt zu bilden. So könne man womöglich mehr als 80.000 Arbeitsplätze in der beschäftigungsarmen Region schaffen, erklärte EU-Kommissar Johannes Hahn. EURACTIV Brüssel berichtet.

Ein Binnenmarkt im Westbalkan? In den Augen Brüssels eine gute Idee. „Kurz- und mittelfristig könnte dies […] zu mehr als 80.000 Arbeitsplätzen in der Region führen“, betonte EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn Journalisten in Sarajevo gegenüber.

Zuvor hatte er sich mit den Premierministern von sechs Balkan-Staaten getroffen -– Albanien, Bosnien, dem Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien. Sie alle wollen eines Tages EU-Mitglied werden.

Hahn lobte ihre Eigeninitiative, einen gemeinsamen regionalen Markt zu schaffen. Auf diese Weise könne man Schranken abbauen und einen freien Waren- und Dienstleistungsverkehr gewährleisten. „Darüber hinaus leisten Sie so einen starken Beitrag in Vorbereitung auf die weitere integration in Richtung EU“, unterstrich er.

Eine Stellungnahme des Treffens legt nahe, dass die EU ihre Mitgliedsanwärter im Westbalkan dazu drängt, regional vermehrt zusammenzuarbeiten. „Während wir uns jeweils individuell unserer europäischen Perspektive nähern, erkennen wir gleichzeitig die Notwendigkeit an, unsere Kräfte als Region zu bündeln. Wir setzen uns gemeinsam dafür ein, neue Chancen für die Region zu schaffen, auf ihrem Potenzial zu bauen und ihren Erfolg zu fördern“, heißt es darin.

Seit dem niederländischen Referendum über das Assoziierungsabkommen mit der Ukraine halten die Westbalkan-Staaten einen EU-Beitritt nicht mehr wirklich für glaubhaft, warnt Goran Svilanović, ein serbischer Diplomat und Vorsitzender des Regionalen Kooperationsrates (RCC) in Sarajevo, der die euroatlantische Integration im Westbalkan im Westbalkan fördert. Es scheint, als hätte die EU noch mehr Überzeugungsarbeit zu leisten.