EHEC: Merkel verteidigt deutsche Behörden
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit dem spanischen Regierungschef Jose Luis Rodriguez Zapatero über die Folgen der Ehec-Infektionen gesprochen und die deutschen Behörden verteidigt. Russland hat derweil wegen der wachsenden Zahl von lebensgefährlichen Infektionen alle Gemüseimporte aus der EU gestoppt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit dem spanischen Regierungschef Jose Luis Rodriguez Zapatero über die Folgen der Ehec-Infektionen gesprochen und die deutschen Behörden verteidigt. Russland hat derweil wegen der wachsenden Zahl von lebensgefährlichen Infektionen alle Gemüseimporte aus der EU gestoppt.
Angela Merkel sowie Jose Luis Rodriguez Zapatero seien sich einig gewesen, dass es jetzt vorrangig darum gehe, die Infektionsquelle des Erregers zu identifizieren, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Donnerstagabend mit. Merkel habe zudem großes Verständnis gezeigt für die wirtschaftliche Notlage des spanischen Gemüsesektors, der unter der Kaufzurückhaltung der Verbraucher leide. Auch deutsche und andere europäische Gemüseerzeuger seien hiervon betroffen.
Merkel habe aber auch auf die Verpflichtung der deutschen Behörden hingewiesen, die Bürger in allen Phasen zu informieren und die Analyseergebnisse an das europäische Schnellwarnsystem zu übermitteln.
Spanien hatte am Mittwoch erklärt, rechtliche Maßnahmen gegen die Hamburger Gesundheitsbehörde wegen der EHEC-Warnung in Betracht zu ziehen. Entgegen ursprünglicher Warnungen hatte sich herausgestellt, dass Salatgurken aus Spanien nicht die Ursache für die lebensgefährlichen Infektionen waren. Spanische Bauern haben nach eigenen Angaben bereits 200 Millionen Euro durch den Absatzeinbruch verloren.
Hilfe für europäische Landwirte
Seibert erklärte, Merkel und Zapatero hätten vereinbart, dass sich Deutschland und Spanien auf europäischer Ebene um Hilfen für die betroffenen europäischen Landwirte bemühen.
"Der Importstopp für frisches Gemüse aus den Ländern der Europäischen Union tritt in diesem Morgen in Kraft", zitierte die Nachrichtenagentur Interfax den Chef der russischer Verbraucherschutz-Agentur Gennadi Onischenko. Als Grund nannte er, dass die EHEC-Welle bislang noch nicht unter Kontrolle gebracht wurde. Er forderte seine Landsleute zu großer Vorsicht beim Einkauf von Gemüse auf und riet ihnen, heimische Waren zu kaufen. Mit der jüngsten Beschränkung weitete das Land seinen Importstopp gegen Einfuhren von Gemüse aus Deutschland und Spanien aus.
EU kritisiert Russland
Die EU kritisierte den russischen Schritt. Kommissionssprecher Frederic Vincent nannte ihn unangemessen. "Es wird dazu in den nächsten Stunden einen Brief von [Gesundheits-]Kommissar [John] Dalli an die russischen Behörden geben", kündigte er an. Inzwischen sind nach Angaben von EU-Vertretern auch in den USA drei EHEC-Fälle aufgetreten.
EHEC-Infektionen können schwere Durchfallerkrankungen auslösen. Das Robert-Koch-Institut sprach am Mittwoch von gut 1.000 EHEC-Infektionen seit Anfang Mai. In den Medien ist dagegen von rund 2.000 Infektion und Verdachtsfällen die Rede – ein Anstieg binnen eines Tages um rund 500. Bisher sind mindestens 16 Menschen daran gestorben. Die Suche nach der EHEC-Quelle hat bislang trotz massiver Bemühungen noch keinen Erfolg gehabt.
EURACTIV/rtr/dto
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