EHEC: EU-Hilfen für Landwirte aufgestockt
Die EU-Nothilfe für Europas Gemüsebauern wurde auf 227 Millionen Euro aufgestockt. Damit sollen die betroffenen Landwirte für ihre Ausfälle während der EHEC-Krise entschädigt werden. EURACTIV.de bietet eine Übersicht welche Länder die meisten Einbußen hatten.
Die EU-Nothilfe für Europas Gemüsebauern wurde auf 227 Millionen Euro aufgestockt. Damit sollen die betroffenen Landwirte für ihre Ausfälle während der EHEC-Krise entschädigt werden. EURACTIV.de bietet eine Übersicht welche Länder die meisten Einbußen hatten.
Die Mitgliedsstaaten haben gestern zugestimmt, die Nothilfen für Europas Landwirte auf 227 Millionen Euro aufzustocken, um alle registrierten Verluste während der EHEC-Krise zu entschädigen. Das teilte die EU-Kommission am Donnerstag mit.
Die Gemüsebauern werden für die EHEC-bedingten Ausfälle im Zeitraum vom 26. Mai bis zum 30. Juni 2011 entschädigt. Für die nachgewiesenen Einbußen erhalten die Landwirte 50 bis 70 Prozent des normalen Produzentenpreises je Gemüsesorte.
Die nachfolgende Übersicht zeigt, welche Länder welche Entschädigungen erhalten.
EU-Hilfen für EHEC-bedingte Einbußen
Spanien: 71 Millionen Euro
Polen: 46,4 Millionen Euro
Italien: 34,6 Millionen Euro
Niederlande: 27,2 Millionen Euro
Deutschland: 16 Millionen Euro
Griechenland: 7,8 Millionen Euro
Portugal: 5,2 Millionen Euro
Rumänien: 3,7 Millionen Euro
Belgien: 3,6 Millionen Euro
Bulgarien: 2,6 Millionen Euro
Österreich: 2,2 Millionen Euro
Frankreich: 1,7 Millionen Euro
Ungarn: 1,5 Millionen Euro
Dänemark: 858.420 Euro
Großbritannien: 649.180 Euro
Slowakei: 536.100 Euro
Tschechien: 262.940 Euro
Slowenien: 192.680 Euro
Schweden: 112.870 Euro
Lettland: 57.380 Euro
Irland: 13.160 Euro
Estland: 1.320 Euro
Insgesamt: 226,2 Millionen Euro
Hintergrund
Anfang Mai 2011 war in Deutschland eine EHEC/HUS-Epedemie ausgebrochen, die nach Angaben des Robert-Koch-Instituts 50 Todesfälle verursacht hat (Stand: 25. Juli 2011).
Gurken aus Spanien wurden anfänglich als Träger des tödlichen E.Coli-Bakteriums genannt, was zu Absatzeinbrüchen für spanisches Gemüse führte. Dieser Verdacht wurde nicht bestätigt. Nach weiteren Verdachtsmomenten für verschiedene Gemüsesorten hat Russland am 2. Juni ein Importverbot für Gemüse aus der EU verhängt. Das Embargo wurde am 22. Juni wieder aufgehoben. Der Absatz der europäischen Gemüsebauern war während der EHEC-Krise sehr stark eingebrochen.
Deutschland wurde für sein Krisenmanagement europaweit kritisiert. Vor allem Spanien war aufgrund der Fehlwarnung vor spanischen Gurken über die Arbeit der deutschen Behörden sehr verärgert.
Die Ermittlungen haben nun ergeben, dass mit E.coli-Bakterien verseuchte Bockshornkleesamen aus Ägypten für die EHEC-Infektionen verantwortlich sein sollen. Die Behörden empfehlen weiterhin, keine aus Ägypten importierten Bockshornkleesamen sowie Sprossen und Keimlinge, die aus diesen Samen gezogen wurden, roh zu verzehren.
mka
Links
EU-Kommission: Support to the vegetables sector after E-Coli crisis (28. Juli 2011)
Robert-Koch-Institut: Ende des EHEC/HUS-Ausbruchs (27. Juli 2011)
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