E-Government: Wenn das Rathaus alle Antworten hat [DE]
Die Europäische Kommission hat das Projekt „HANDS“ (Helping Answers Decision Service) als die beste E-Government-Initiative des Jahres 2007 ernannt. Ziel des Projektes ist es, die Kommunikation zwischen den Bürgern und öffentlichen Einrichtungen zu verbessern. Während HANDS noch immer angewendet werden muss, können Einwohner der belgischen Stadt Waterloo bereits seit mehr als einem Jahr mittels einem einfach zu bedienenden Automaten Fragen an das Rathaus richten.
Die Europäische Kommission hat das Projekt „HANDS“ (Helping Answers Decision Service) als die beste E-Government-Initiative des Jahres 2007 ernannt. Ziel des Projektes ist es, die Kommunikation zwischen den Bürgern und öffentlichen Einrichtungen zu verbessern. Während HANDS noch immer angewendet werden muss, können Einwohner der belgischen Stadt Waterloo bereits seit mehr als einem Jahr mittels einem einfach zu bedienenden Automaten Fragen an das Rathaus richten.
Genau wie der berühmte Detektiv in Sherlock Holmes können die Einwohner der Stadt Waterloo auf einen zuverlässigen ‚Watson’ vertrauen, um alle relevanten Informationen zu erhalten, die sie wünschen. Das Programm auf der Webseite der Gemeinde ist nach Holmes berühmten Assistenten benannt. Es ermöglicht Nutzern, in umgangssprachlicher Form Fragen jeglicher Art zu stellen, die mit öffentlichen Aktivitäten im Zusammenhang stehen.
Die Bürger können Watson kontaktieren, wenn sie den nahesten Buchladen suchen oder wissen wollen, wie sie ihre Gemeindesteuer zahlen müssen. Der Dienst wird entweder direkt eine Antwort liefern, oder den Kontakt zu einer geeigneten Person der Gemeinde herstellen.
Die Software wurde von Wygwam, einen französisch-belgischen IT-Unternehmen, entwickelt. Sie ist bereits seit über einem Jahr auf der Webseite von Waterloo in Betrieb. Im öffentlichen Sektor Europas ist dies die erste Initiative dieser Art. Einige Privatunternehmen besitzen bereits Instrumente, um die Kommunikation mit ihren Kunden über ihre Internetseite zu erleichtern. Es mangelt jedoch noch an der Entwicklung ähnlicher Projekte für den Bereich E-Government (elektronische Behördendienste).
Die grundlegende Idee von Watson ist, dass es ein Chat ist. Alain Leroy, Vorsitzender bei Wygwam für Belgien und Luxemburg, erklärte, die Bürger müssen nicht im Internet nach Informationen suchen. Es ist die Gemeinde, die in der technologischen Umgebung, mit der sie am vertrautesten seien, auf sie zukomme.
Leroy fügte hinzu, die Initiative richte sich hauptsächlich an junge Leute, an diejenigen, die vermutlich den Großteil der öffentlichen Aktivitäten in ihrer Stadt ignorierten.
Die Internetseite der Gemeinde Waterloo bietet einen Dienst für Internet-Fernsehen; hier kann jeder, nach Registrierung, eigene Videos hochladen (einschließlich Werbung). Dies ist ein Konzept, das den gesamten Werbesektor revolutionieren würde, wenn es in größerem Maßstab angewendet würde.
Die Europäische Kommission hat entschieden, ihren jährlichen Preis für elektronische Behördendienste an ein Projekt – HANDS – zu verleihen, das den Nutzern die gleichen Vorteile bietet wie Watson. Es befindet sich allerdings noch in einer Testphase.
HANDS (Helping Answers Decision Service) ermöglicht den Bürgern, in ihrer Alltagssprache mit öffentlichen Einrichtungen zu kommunizieren. Das Projekt wurde auf den Internetseiten einiger europäischer Städte getestet.
Den zweiten Platz für elektronische Behördendienste gewann eBooks on Demand – ein Netzwerk, das Millionen von Büchern online zur Verfügung stellt und dabei eng mit dreizehn Bibliotheken aus acht europäischen Ländern zusammenarbeitet. Dritter wurde EU PAY, der „EUropean PAYment circuit“, eine Bezahlplattform, die es ermöglicht, städtische Gebühren über unterschiedlichste Bezahlwege zuzulassen.