Drastischer Rückgang der Ernteerträge in EU wegen schwerer Dürre
Einem neuen Bericht der Europäischen Kommission zufolge ist fast die Hälfte des EU-Gebiets von schweren und lang anhaltenden Dürreperioden bedroht. Gleichzeitig wird davor gewarnt, dass die beispiellose Hitzewelle die Fortschritte bei der Nahrungsmittelproduktion zunichtemachen könnte.
Einem neuen Bericht der Europäischen Kommission zufolge ist fast die Hälfte der Fläche der EU von schweren und lang anhaltenden Dürreperioden bedroht. Gleichzeitig wird davor gewarnt, dass die beispiellose Hitzewelle den Ausbau der Nahrungsmittelproduktion zunichtemachen könnte, mit denen die durch den Ukrainekrieg entstandene Kluft geschlossen werden sollte.
Die von der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission am Montag (18. Juli) veröffentlichte Dürrebeurteilung für Juli zeichnet ein düsteres Bild der kommenden trockenen und schwierigen Monate.
Demnach sind 46 Prozent des EU-Territoriums derzeit einer Dürre-Warnung ausgesetzt, während für 11 Prozent die höchste Alarmstufe gilt – eine Zahl, die die Kommission als „erschütternd“ bezeichnet.
Der Mangel an Feuchtigkeit im Boden führt zu erheblichem Stress für den Pflanzenbestand, setzt die landwirtschaftlichen Systeme der EU unter Druck und gibt Anlass zur Sorge über die Auswirkungen auf die Ernteerträge.
„Der Konkurrenzkampf um die Wasserressourcen ist groß und hat früher als üblich begonnen“, heißt es in dem Bericht, und er fügt hinzu, dass Wasser- und Hitzestress „die Ernteerträge und das Erntepotenzial verringert“ haben.
Insbesondere Frankreich, Rumänien und Ungarn sowie mehrere Mittelmeerregionen, darunter Italien, Spanien und Südgriechenland, sind laut dem Bericht am stärksten betroffen.
Und dieses Risiko wird immer größer, so der Bericht, der einen Aufwärtstrend bei den Dürrerisiken feststellt.
„Die schwere Dürre, von der mehrere Regionen Europas seit Anfang des Jahres betroffen sind, weitet sich weiter aus und verschlimmert sich“, heißt es in dem Bericht. Und es wird davor gewarnt, dass die Wasserversorgung „in den kommenden Monaten gefährdet sein könnte.“
Mariya Gabriel, EU-Kommissarin für Forschung und Innovation, merkte in ihrem Kommentar zur Veröffentlichung des Berichts an, dass dieser Stress zu einem Rückgang der Ernteerträge führe, „bei ohnehin schon negativen Aussichten für Getreide und andere Feldfrüchte“, und fügte eine Warnung hinzu, dass der Klimawandel „das Risiko schwerer Dürren und Waldbrände auf der ganzen Welt erhöht.“
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Angesichts der schweren Hitzewelle warnen einige, dass die Bemühungen der Landwirt:innen, die Produktion angesichts des Krieges in der Ukraine zu steigern, möglicherweise vergeblich waren.
Vor dem Treffen der EU-Agrarminister:innen am Montag erklärte der spanische Landwirtschaftsminister Luis Planas, dass das Land in diesem Jahr eine Produktion von 20 Millionen Tonnen Getreide erreichen sollte, dass aber die Produktion aufgrund der derzeitigen außergewöhnlichen klimatischen Bedingungen „auf 17 bis 18 Millionen Tonnen gesunken“ sei.
Genau wie viele andere EU-Länder hat Spanien in diesem Jahr eine Reihe von Ausnahmeregelungen im Rahmen des EU-Subventionsprogramms für die Landwirtschaft, der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), in Anspruch genommen. Ziel war es, die Zahl der angebauten Nutzpflanzen zu maximieren, um die durch den Ukrainekrieg entstandene Angebotslücke zu schließen – aber das hat nicht ausgereicht, sagte der Minister.
„All dies trotz der Forderungen gegenüber der Kommission nach mehr Flexibilität in Bezug auf die brachliegenden und vermehrten landwirtschaftlichen Flächen“, bemerkte er. Er wiederholte ebenfalls seine Forderungen nach mehr Flexibilität in der GAP angesichts der schweren Wetterbedingungen.
Die ungarische Delegation brachte ihrerseits ihre Besorgnis über die ernste Dürresituation im Land unter dem Punkt „Sonstiges“ während des Ministertreffens zur Sprache. Darin wird festgestellt, dass nach monatelangem Regenmangel der Feuchtigkeitsgehalt des Bodens in einigen Regionen des Landes nahezu bei Null liegt.
Daher sei in fast allen Bereichen der Pflanzenproduktion ein „drastischer Rückgang der Ernteerträge“ zu erwarten, der auch die Ernährungssicherheit und die Futterversorgung bedrohe, betonte die Delegation,
Das Land schloss sich den Forderungen Spaniens nach mehr Flexibilität bei den Regeln für das EU-Subventionsprogramm in diesem Jahr an, um den Mitgliedstaaten mehr Spielraum bei den Umweltauflagen und der Unterstützung für die Bewässerung zu geben.
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[Bearbeitet von Nathalie Weatherald]