Draghi versöhnt sich bei Ankara-Gipfel mit Erdogan
Nach einem Jahr diplomatischer Spannungen hat der italienische Ministerpräsident Mario Draghi bei einem zwischenstaatlichen Gipfel in Ankara davon gesprochen, dass Italien und die Türkei Verbündete werden und die bilaterale Zusammenarbeit verstärken sollten.
Nach einem Jahr diplomatischer Spannungen hat der italienische Ministerpräsident Mario Draghi bei einem zwischenstaatlichen Gipfel in Ankara davon gesprochen, dass Italien und die Türkei Verbündete werden und die bilaterale Zusammenarbeit verstärken sollten.
Am Dienstag (5. Juli) wurden auf dem Gipfel, der zehn Jahre nach dem vorherigen stattfand, neun Kooperationsabkommen zwischen Italien und der Türkei unterzeichnet, darunter in strategischen Bereichen wie nachhaltige Entwicklung und Verteidigung.
Dies ist ein Zeichen für die Verbesserung der bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern, die im April 2021 einen Tiefpunkt erreicht hatten, als Draghi in Anspielung auf den türkischen Präsidenten Erdogan sagte, es sei wichtig, mit „Diktatoren“ offen zu sein, was Ankara verurteilte.
„Wir haben über eine Vereinbarung zur Vertiefung der Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich gesprochen“, sagte Erdogan auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Draghi in Ankara. Er fügte hinzu, dass die Türkei im Kampf gegen den Terrorismus auf Italien zähle.
Die Türkei ist der wichtigste NATO-Exportpartner für die italienische Rüstungsindustrie, und die Zusammenarbeit mit Ankara ist auch für Rom in den Bereichen Libyen und Migration von entscheidender Bedeutung.
Zum Thema Migration sprach Erdogan von einer kontinuierlichen Zusammenarbeit. Das Migrationsmanagement müsse jedoch „human und effektiv sein“, so Draghi. Italiens Türen seien offen, „aber das Land hat sein Limit erreicht“, fügte er hinzu.
Im Jahr 2021 hatte sich die Zahl der irregulären Migrant:innen, die über die Türkei nach Italien kommen, mehr als verdreifacht.
Der türkische Präsident warf Griechenland vor, Migrant:innen in der Ägäis zurückzuweisen, und sagte: „Griechenland hat begonnen, auch für Italien eine Bedrohung zu sein.“
Die beiden Staatsoberhäupter betonten ihre gemeinsamen Bemühungen um eine Lösung des Krieges in der Ukraine und der Nahrungsmittelkrise.
„Italien und die Türkei stehen an vorderster Front für einen stabilen und dauerhaften Frieden in der Ukraine“ und seien sich einig darin, „die russische Invasion zu verurteilen und Kyjiw zu unterstützen“, so Draghi.