Donau-Limes soll UNESCO-Weltkulturerbe werden

Der Donau-Limes soll endlich UNESCO-Weltkulturerbe werden. EU-Kommissar Johannes Hahn sieht den Vorschlag aus Österreich als wichtigen Teil der neuen Donauraumstrategie der EU. Das Projekt könnte gerade jetzt als Brücke zwischen der EU und Nordafrika dienen.

Deutschlands berühmteste Grenze war die Berliner Mauer. Die Römer hatten eine ebenso berühmte Grenze gebaut. Erst ein Teil davon, der Obergermanisch-Rätische Limes, gehört seit 2005 zu den Welterbestätten der UNESCO. Das Foto zeigt den Nachbau eines Limes
Deutschlands berühmteste Grenze war die Berliner Mauer. Die Römer hatten eine ebenso berühmte Grenze gebaut. Erst ein Teil davon, der Obergermanisch-Rätische Limes, gehört seit 2005 zu den Welterbestätten der UNESCO. Das Foto zeigt den Nachbau eines Limes

Der Donau-Limes soll endlich UNESCO-Weltkulturerbe werden. EU-Kommissar Johannes Hahn sieht den Vorschlag aus Österreich als wichtigen Teil der neuen Donauraumstrategie der EU. Das Projekt könnte gerade jetzt als Brücke zwischen der EU und Nordafrika dienen.

Der Vorsitzende des österreichischen Bundesrates, Gottfried Kneifel, setzt sich massiv für die Aufnahme des so genannten „Donau-Limes“ in das UNESCO-Weltkulturerbe ein. Nachdem der „römische Limes“ von Großbritannien bis Regenburg bereits zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, sei es nicht verständlich, so Kneifel bei einem Treffen mit EU-Regionalkommissar Johannes Hahn in Brüssel, warum nicht schon längst auch der Limes entlang der Donau – also von Regensburg bis zum Schwarzen Meer – ebenfalls in diese Liste besonders erhaltenswürdiger Kulturdenkmäler aufgenommen worden sei.

Hahn betonte in diesem Zusammenhang, dass er diesen Vorschlag nicht nur unterstützt, sondern ihn als einen wichtigen Teil in der neuen Donauraumstrategie der EU sieht und auch bei den Förderungen nach 2013 eine entsprechende Berücksichtigung finden könnte.

Grenzwall und Zollgrenze

Der römische Limes wurde im 1. Jahrhundert nach Christus errichtet, war ein Grenzwall, der nicht nur das Römische Reich gegen feindliche Angriffe schützen sollte, sondern diente auch als Zollgrenze und sorgte so an den "Marktplätzen" für den Außenhandel für entsprechende Steuereinnahmen.

Der Limes verlief von Großbritannien über Deutschland die Donau entlang bis zum Schwarzen Meer, fand seine Fortsetzung auch in Syrien und Jordanien und führte über Libyen, Tunesien bis nach Marokko.

Der Limes ist somit nicht nur eine Klammer für Europa, sondern könnte zugleich auch als eine Brücke im Mittelmeerraum zwischen der EU und Nordafrika verstanden werden, unterstrich Kneifel.

Für den österreichischen Politiker wäre die Aufnahme des Donau-Limes in das Weltkulturerbe mehr als ein kulturpolitischer Formalakt, würde doch diese Auszeichnung  die Chance bieten, in den Regionen entlang der Donau neue wirtschaftliche, touristische und auch museumspädagogische Impulse zu setzen.

Der Limes ist das einzige Monument auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes, das sich auf mehrere Länder in Europa, Vorderasien und Nordafrika erstreckt

Herbert Vytiska