Digitale Transformation unterstützt Wirtschaftspartnerschaft zwischen EU und Kasachstan
Zwischen der EU und Kasachstan eröffnen sich neue Wege der Zusammenarbeit. Dies betrifft insbesondere die Bereiche digitale Konnektivität, kritische Rohstoffe und erneuerbare Energien.
Zwischen der EU und Kasachstan eröffnen sich neue Wege der Zusammenarbeit. Dies betrifft insbesondere die Bereiche digitale Konnektivität, kritische Rohstoffe und erneuerbare Energien.
Kasachstans Engagement für die digitale Transformation ist ein zentraler Aspekt seiner Partnerschaft mit der EU. Sarah Rinaldi, bei der Generaldirektion Internationale Partnerschaften INTPA der EU-Kommission zuständig für Ostasien und dem Pazifik, betonte die Bedeutung dieser Zusammenarbeit: „Wir starten ein neues Programm, das Dienstleistungen und technische Unterstützung in Bereichen wie E-Governance, Datenschutz und Cybersicherheit bietet. Die EU kann in diesen Bereichen viel Expertise einbringen“.
Diese Initiative ist Teil der Global-Gateway-Strategie, die Investitionen und digitale Konnektivität in Zentralasien fördern soll.
Der Bau von Satelliten-Bodenstationen, der im nächsten Jahr beginnt, unterstreicht die wachsende Verbundenheit zwischen der EU und Kasachstan. Dieses Projekt soll den Internetzugang in der Region erheblich verbessern, wobei europäische Satellitenbetreiber die digitale Kluft überbrücken sollen. Kasachstan ist einer der aktivsten Teilnehmer dieser Initiative, der einen breiteren Internetzugang und den Ausbau der digitalen Infrastruktur anstrebt.
Rinaldi hob ebenfalls die Bedeutung technischer Unterstützung hervor: „Wir haben eine Team-Europe-Initiative, bei der wir Expertise aus EU-Mitgliedstaaten und europäischen Finanzinstitutionen mobilisieren, um die digitale Konnektivität in Zentralasien zu fördern.“
Dieser zweigleisige Ansatz aus technischer Unterstützung und Infrastrukturinvestitionen soll Kasachstans digitale Transformation und Integration in der globalen digitalen Wirtschaft vorantreiben.
Kritische Rohstoffe, industrielle Kooperation
Kasachstans reiche Mineralressourcen bieten ebenfalls eine Chance zur Zusammenarbeit mit der EU. Al-Farabi Ydyryshev, stellvertretender Generaldirektor des Nationalen Zentrums für Technologieprognosen, betonte die strategische Bedeutung kritischer Rohstoffe: „Ohne Ferrolegierungen gibt es keine Erntemaschinen. Ohne Phosphor gibt es keine Düngemittel. Ohne Beryllium gibt es keine Satelliten zur Beobachtung der Felder“.
Kasachstans Möglichkeit, eine Vielzahl an kritischen Mineralien für die EU zu liefern, unterstreicht dessen Schlüsselrolle in der globalen Lieferkette.
Die Partnerschaft geht über Rohstoffe hinaus und umfasst fortgeschrittene industrielle Kooperationen. Kasachstan ist bereits ein führender Produzent von Kupfer, Chrom und Titan und erweitert die Produktion veredelter Metalle wie Vanadium und Antimon.
Diese industrielle Zusammenarbeit wird durch Abkommen mit europäischen Ländern, wie Absichtserklärung zwischen der EU und Kasachstan und das Handelskonsortium für kritische Rohstoffe mit Deutschland, weiter gestärkt.
Ydyryshev hob die Vielfalt der kasachischen Mineralressourcen hervor: „Unsere Ressourcenbasis ist breit gefächert. Wir können 21 von 34 kritischen Mineralien liefern. Das unterscheidet Kasachstan von anderen Ländern.“
Dank dieser umfangreichen Ressourcenbasis ist Kasachstan ein zentraler Akteur in der globalen Lieferkette und kann die wachsende Nachfrage der EU nach kritischen Rohstoffen bedienen.
Energiewende und erneuerbare Energien
Der Energiesektor bleibt ein zentraler Bereich der Zusammenarbeit. Marat Terterov, Gründer des Brussels Energy Club, betonte die historische Bedeutung der EU-Investitionen in Kasachstans Energiemarkt: „Die EU hat die Reformen in Kasachstan stark unterstützt. Die von EU-Initiativen bereitgestellten Investitionsschutzinstrumente und Garantien waren entscheidend.“
Angesichts Kasachstans Ziel, die Energiewende zu beschleunigen und Klimaneutralität zu erreichen, wird die Unterstützung der EU bei Projekten für erneuerbare Energien immer wichtiger.
Kasachstan strebt an, bis 2030 25 Prozent seiner Energie aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen. Dieses Ziel bietet große Chancen für die Zusammenarbeit mit der EU. Der Übergang von Kohle und Gas zu erneuerbaren Energien erfordert erhebliche Investitionen und Fachwissen, die die EU bereitstellen kann.
Terterov verwies auf die ambitionierte Zielsetzung: „Die Regierung hat sich das klare Ziel gesetzt, bis 2030 etwa 25 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen. Das ist ein sehr ehrgeiziges, aber lohnenswertes Ziel.“
Die Rolle der EU bei der Unterstützung von Kasachstans Energiewende ist vielfältig. Sie umfasst technische Expertise, die Förderung von Investitionen in erneuerbare Projekte und die Einführung nachhaltiger Energienutzung.
Diese Zusammenarbeit trägt nicht nur zur Energiesicherheit Kasachstans bei, sondern steht auch im Einklang mit den umfassenderen Zielen der EU zur Förderung der Nachhaltigkeit und zur Bekämpfung des Klimawandels.
Transport und Logistik
Der Ausbau der Transkaspischen Internationalen Transportroute (Trans-Caspian International Transport Route, TITR) ist ein weiterer zentraler Bereich der Partnerschaft. Leila Batyrbekova, Gründerin der Europe & Central Asia Transport and Trade Association (ECATA), betonte die strategischen Vorteile dieses Korridors: „Die Zusammenarbeit im Rahmen der Global Gateway Initiative trägt nicht nur zur Entwicklung des Transitverkehrs und zur Stärkung wirtschaftlicher Beziehungen bei, sondern schafft auch erhebliche strategische Vorteile für alle Beteiligten“.
Die Transkaspische Internationale Transportroute ermöglicht einen effizienten Warenverkehr zwischen Europa und Asien und fördert die regionale Konnektivität sowie die wirtschaftliche Integration. Der jüngste Start neuer Containerzüge zwischen Europa, Zentralasien und China über Budapest zeigt das dynamische Wachstum dieses Korridors.
Durch die Verkürzung der Transportwege und den Ausbau der Logistikinfrastruktur können die EU und Kasachstan gemeinsam zu nachhaltigem Wachstum und Umweltschutz beitragen.
Batyrbekova hob zudem die Bedeutung der Logistikinfrastruktur hervor: „Viele neue Logistikzentren und Lagerhäuser werden in verschiedenen Regionen Kasachstans gebaut, unter Beteiligung ausländischer Unternehmen. Diese koordinierte Anstrengung ist entscheidend für den Erfolg des transkaspischen Korridors“.
Es wird erwartet, dass die Entwicklung dieser Logistikknotenpunkte die Effizienz der Transportroute verbessert und das Wachstum des Handels zwischen Europa und Zentralasien fördert.
[Bearbeitet von Brian Maguire | Euractiv’s Advocacy Lab ]