"Digitale Kluft" in Europa wird kleiner [DE]

Obgleich bei der Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in sämtlichen EU-Regionen und gesellschaftlichen Schichten eine steigende Tendenz festzustellen sei, bestünden nach wie vor große Unterschiede, so ein neuer Bericht von Eurostat.

Obgleich bei der Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in sämtlichen EU-Regionen und gesellschaftlichen Schichten eine steigende Tendenz festzustellen sei, bestünden nach wie vor große Unterschiede, so ein neuer Bericht von Eurostat.

In den untersuchten Privathaushalten aller EU-10 (außer Slowenien und Zypern) sind Computer und Internet im Vergleich zum EU-Durchschnitt geringer verbreitet. Estland stellt eine Ausnahme dar, denn dort hat jeder fünfte Haushalt Zugang zu IKT, womit das Land auf Platz vier kommt. Unter den neuen Mitgliedstaaten sind Estland und die Slowakei die zwei führenden Länder bei der IKT-Nutzung. Die Situation ist wesentlich schlechter in den Beitrittsländern Rumänien, Bulgarien und der Türkei, wo weniger als zehn Prozent aller Haushalte über einen Internetzugang verfügen. 

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Anteil von Haushalten mit PC, Internet- und Breitbandzugang in den einzelnen Mitgliedstaaten.

Quelle: Eurostat, Gemeinschaftserhebung über den IKT-Einsatz durch Haushalte und Einzelpersonen. Tabelle: EURACTIV.com

 

In den einzelnen Ländern ist die digitale Kluft vor allem eine Frage von Alter und Bildungsniveau. Während mehr als 80% der EU-Bürger mit hohem Bildungsniveau den Computer und drei Viertel dieser Gesellschaftsgruppe auch das Internet nutzen, ist der Anteil der Computer- und Internetnutzer bei Menschen mit niedrigerem Bildungsstand dreimal so klein.  

Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern spielt keine so große Rolle wie in der Anfangsphase der Internetnutzung.

In dünn besiedelten Gebieten der EU ist die Computer- und Internetverbreitung im Durchschnitt 12% geringer, obwohl IKT hier die weniger entwickelte Infrastruktur ersetzen könnten.

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Nutzung von Computern und Internet durch Einzelpersonen (2004) in der EU-25 (in Prozent der Gesamtzahl von Einzelpersonen zwischen 16 und 74 Jahren)

Quelle und Tabelle: Eurostat,  Gemeinschaftserhebung über den IKT-Einsatz durch Haushalte und Einzelpersonen

 

Etwa fünf Prozent der Einzelpersonen aller Altersgruppen fangen jedes Jahr an, das Internet zu benutzen, doch bei älteren Menschen und Menschen mit niedrigerem Bildungsstand geschieht das in wesentlich geringerem Umfang. Bei den benachteiligten Gruppen nimmt die Internetnutzung verglichen mit dem Durchschnitt sehr ungleichmäßig zu. Die Wahrscheinlichkeit der Internetnutzung nimmt in ärmeren Regionen langsamer zu als in denen mit bestehender Infrastruktur. Fast alle Großunternehmen sind an das Internet angeschlossen und auch die kleineren holen schnell auf.

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Entwicklung der digitalen Kluft (2002, 2003, 2004)


Quelle und Tabellen: Eurostat, Gemeinschaftserhebung über den IKT-Einsatz durch Haushalte und Einzelpersonen sowie Gemeinschaftserhebung über den IKT-Einsatz und E-Commerce in Unternehmen.