Die Rolle des Internets im Kampf gegen den Klimawandel [DE]

Die verstärkte Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) führt sowhl zu Einsparungen bei den Reisekosten für Unternehmen als auch zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen.

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Die verstärkte Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) führt sowhl zu Einsparungen bei den Reisekosten für Unternehmen als auch zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen.

Im Frühjahr 2006 haben eine Reihe von IKT-Unternehmen, unter anderem HP, Intel und Sun MIcrosystems, das GeSI EU ICT Sustainability Forum/GeSI EU Nachhaltigkeitsforum gegründet, um zu untersuchen, wie die IKT-Branche zur Nachhaltigkeit beitragen kann. Bei einer von der Kommission und dem Forum organisierten Konferenz mit dem Titel/Thema „Applying ICT-based solutions to energy efficiency challenges“ (Die Nutzung von IKT-Lösungen für Herausforderungen im Bereich Energieeffizienz), diskutierten Akteure in der Branche und Akademiker über die mögliche Rolle der IKT bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen.

Zu den Fragen, die auf der Konferenz am 31. Januar 2007 diskutiert wurden, gehören:

  • Best-Practice-Beispiele dafür, wie IKT-Lösungen dabei helfen können, die Herausforderungen der Energieeffizienz zu erreichen;
  • Intelligente Energie;
  • Nachhaltigkeit im globalen Kontext;
  • Öffentliche Auftragsvergabe und Energieeffizienz;
  • Die wirtschaftlichen Vorteile von grünen Maßnahmen, und;
  • Änderung des Verhaltens der Verbraucher.

ETNO – der Verband der europäischen Betreiber von Telekommunikationsnetzen – hat gemeinsam mit dem WWF einen Fahrplan mit dem Titel „Saving the planet @ the speed of light“ (Den Planeten mit Lichtgeschwindigkeit retten) vorgelegt. Beide Seiten betonten die Notwendigkeit einer neuen Allianz zwischen der Industrie und den NGOs. Sie betonten, dass sie eine Reihe von gemeinsamen Zielen verfolgten, nämlich:Having ICT recognised as an important part of the solution for combating climate change in Europe; 

  • Die Anerkennung von IKT als wichtigen Teil der Lösung des Klimawandelproblems in Europa;
  • Die Überzeugung wichtiger Akteure, wie die Kommission und die Europäische Investitionsbank, eine Klimawandelstrategie für IKT anzunehmen, und;
  • Die Initiierung eines konkreten IKT-Klimawandelprogramms in Europa, anstelle von Seminaren und Berichten, die keine konkreten Ergebnisse liefern.

WWF betonte die wirtschaftlichen Vorteile, die durch die CO2-Einsparungen erzielt werden könnten, weil auch die Kosten für Reisen und Materialien sinken. Dennis Pamlin, Wissenschaftler bei WWF, sagte, er wolle erreichen, dass die Unternehmen Energie einsparten, weil sie dadurch Geld einsparten, nicht weil sie etwas für die Erde tun wollten. Dies würde nie mehr als eine zweitrangige Priorität sein.

Die Schlüsselelemente des Fahrplans sind:

Wegfall von Dienstreisen, indem beispielsweise Audio- und Videokonferenzen genutzt werden. Nach Berechnungen von ETNO und WWF könnten in der EU die CO2-Emissionen jährlich um 22,35 Mio. Tonnen gesenkt werden, wenn 20% der Dienstreisen wegfielen.

Emissionseinsparungen in einer ähnlichen Größenordnung, so ETNO und WWF, könnten erreicht werden, wenn mehr Arbeitnehmer die Möglichkeiten bekämen, von zu Hause aus zu arbeiten, indem sie mit ihrem Büro via Internet verbunden sind und nicht zur Arbeit pendeln müssen. Für ein solches Modell wären nachhaltige Gemeinschafts- und Stadtplanung sowie Offenheit von Seiten der Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine Voraussetzung.

Zusätzlich könnten nach Angaben von ETNO und WWF  rund 4 Mio. Tonnen CO2 jährlich durch Entmaterialisierung eingespart werden. Das bedeutet, dass derzeit genutzte Anwendungen und Materialien durch virtuelle Gegenstücke in elektronischer Form ersetzt würden. Beispiele sind virtuelle Anrufbeantworter (voicemail), Online-Rechnungssysteme oder über E-Government angebotene Dienstleistungen, die Papierformulare ersetzen.

Insgesamt, so WWF und ETNO, könnten durch solche Maßnahmen noch vor 2010 jährlich rund 50 Mio. Tonnen CO2 eingespart werden. Sowohl WWF als auch ETNO stimmen aber darin überein, dass die „großen Resultate“ erst nach 2010 spürbar würden, weil dann viele CO2-intensive Aktivitäten durch IKT ersetzt sein würden.