Deutschland's Uniper verzichtet auf Kernkraftwerk in Schweden
Der Atomriese Uniper, der ab dem nächsten Jahr vollständig dem deutschen Staat gehören wird, hat am Donnerstag angekündigt, kein Kraftwerk in Schweden zu bauen. Damit stellt er sich gegen die Pläne seiner schwedischen Tochtergesellschaft Barsebäck Kraft, einen Park für saubere Energie samt Atomkraft zu errichten.
Der Atomriese Uniper, der ab dem nächsten Jahr vollständig dem deutschen Staat gehören wird, hat am Donnerstag angekündigt, doch kein neues Kraftwerk in Schweden zu bauen. Damit stellt er sich gegen die Pläne seiner schwedischen Tochtergesellschaft Barsebäck Kraft, die einen Park für saubere Energie samt Atomkraft einrichten will.
Das deutsche Energieunternehmen Uniper wird in Schweden kein neues Atomkraftwerk bauen, berichtete Sveriges Radios Ekot am Donnerstag (10. November).
„Weder in Schweden noch anderswo hat Uniper Pläne, ein neues Atomkraftwerk zu bauen, das ist eine Tatsache“, sagte Unternehmenssprecher Georg Oppermann gegenüber dem Radio.
Uniper ist Miteigentümer aller drei aktiven Kernkraftwerke in Schweden, Oskarshamn, Ringhals und Forsmark. Das Unternehmen ist auch Eigentümer des Kraftwerks Barsebäck, das derzeit abgebaut wird.
Kürzlich äußerte Åsa Carlson, Geschäftsführerin von Barsebäck Kraft, einer Tochtergesellschaft von Uniper, die Hoffnung auf einen neuen Energiepark in der Gegend von Barsebäck, der in der ersten Hälfte der 2030er Jahre auch Kernkraft enthalten könnte. Das deutsche Unternehmen lehnt jedoch den Bau von Kernkraftwerken auch durch seine Tochtergesellschaften ausdrücklich ab.
Ab Anfang nächsten Jahres wird Uniper vom deutschen Staat übernommen.
„Wenn die Bundesregierung etwas anderes will, kann sie das bei der Übernahme sagen, aber mir sind keine Änderungen bekannt“, so Oppermann.
„Die Bundesregierung arbeitet derzeit an der Umsetzung des Uniper-Pakets. Erst nach der Übertragung der Anteile kann dann entschieden werden, wie mit den Vermögenswerten umgegangen wird“, sagte ein von EURACTIV kontaktierter Sprecher des deutschen Wirtschafts- und Klimaministeriums.
Aufgrund des Krieges in der Ukraine steigen die Energiepreise im Süden Schwedens rapide an, was vor allem auf die erhöhte Nachfrage des benachbarten Deutschlands zurückzuführen ist, das sich derzeit vom russischen Gas zu lösen versucht.
Der Pressesprecher der schwedischen Energie- und Wirtschaftsministerin Ebba Busch erklärte auf Nachfrage, dass „die Regierung daran arbeitet, die Voraussetzungen für neue Kernkraftwerke zu schaffen, und einen Dialog mit den Akteuren führen wird, die ihr Interesse bekundet haben“.
Die drei Parteien, aus denen sich die neue schwedische Rechtskoalition zusammensetzt, sowie die sie unterstützenden rechtsextremen Schwedendemokraten unterzeichneten einen Koalitionsvertrag, in dem sie 400 Mrd. SEK (36 Mrd. Euro) für neue Kernkraftwerke versprachen, wobei Vattenfall sofort mit der Planung neuer Kernkraftwerke in Ringhals und an anderen Standorten beginnen soll.