Deutschland will die Führung bei E-Autos
Deutschland will sich als Leitmarkt für Elektromobilität etablieren. Bis 2020 sollen eine Millionen E-Autos durch Deutschland rollen. Die Ziele der Bundesregierung sind im Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität hoch gesteckt.
Deutschland will sich als Leitmarkt für Elektromobilität etablieren. Bis 2020 sollen eine Millionen E-Autos durch Deutschland rollen. Die Ziele der Bundesregierung sind im Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität hoch gesteckt.
Bisher hinkt Deutschland der internationalen Konkurrenz bei der Elektromobilität hinterher. Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) traten heute vor die Presse und präsentierten den Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität, den die Bundesregierung heute (19. August 2009) beschlossen hat. EURACTIV.de berichtete über Details des Planes am 11. Mai 2009.
Demnach soll Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität werden. Ziel der Bundesregierung sei es, "dass bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren", heißt es in der Pressemitteilung.
Guttenberg sprach von einem Traum "von Großstädten ohne Abgase und ohne Lärm". Bis dahin sei es aber noch ein langer Weg. So gelte es zu verhindern, dass sich Deutschland bei der Batterietechnik von anderen Ländern abhängig mache.
Die Batterie
Die Batterie ist bisher der Schwachpunkt der gesamten Elektromobilität. Bisher kostet eine Batterie zwischen 10.000 und 15.000 Euro. E-Autos schaffen damit aber gerade einmal 200 Kilometer. Dann müssen sie bei einer der bisher spärlich vorhandenen Aufladestellen aufgeladen werden. Deshalb wolle die Bundesregerung in den nächsten Jahren vorrangig in die Batterietechnik und in den Aufbau der entsprechenden Infrastrtuktur investieren, erläuterten die beiden Minister.
Einziger Ausweg sei daher, in die Batterieforschung zu investieren und die Batterieproduktion in Deutschland zu fördern. Wie das bezahlt werden soll, darüber müsse sich die nächste Bundesregierung Gedanken machen, so Guttenberg.
"Die bisherigen Batteriesysteme sind nicht ausgereift. Aus Deutschland müssen die Standards kommen, die dann in Europa und weltweit gelten", wünscht sich Tiefensee.
500 Millionen Euro aus der Staatskasse
Der Verkehrsminister ergänzte, dass bisher 500 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II für die Forschung und Entwicklung der Elektromobilität eingeplant seien. 150 Millionen Euro würden dabei verwendet, um in acht deutschen Modellregionen zu erproben, wie sich die E-Mobilität integrieren ließen.
Die Minister appellierten zudem an die deutsche Autoindustrie, "jetzt einen Zahn zuzulegen", damit die E-Mobilität "aus der Nische in den Alltag" geholt werden könne.
Das E-Auto als Zweitwagen
E-Mobilität könnte in der Praxis so aussehen, dass ein kleines leistungsschwaches Auto von den Menschen in der Großstadt genutzt werde – ergänzt zum "normalen" Auto mit Verbrennungsmotor.
Die Minister deuteten an, dass man die Einführung der E-Autos mit Bonuszahlungen à la Abwrackprämie fördern könnte. Konkrete wollte sich der Wirtschaftsminister auch auf Nachfragen hin nicht festlegen.
mka
Standpunkt des Naturschutzbundes: Nationaler Entwicklungsplan Elektromobilität noch nicht ausreichend (19. August 2009)