Deutschland will, dass 8 % der Streaming-Einnahmen in lokale Produktionen fließen
Finanzminister Lars Klingbeil sagte, dass die zusätzlichen Mittel „Arbeitsplätze“ in der deutschen Filmindustrie sichern werden.
Die deutsche Regierung erklärte am Donnerstag, sie plane, Streaming-Plattformen zu verpflichten, mindestens 8 % ihrer in Deutschland erzielten Einnahmen in die Förderung lokaler Film- und Fernsehproduktionen zu investieren.
Die neue Vorschrift gilt nicht nur für Streaming-Giganten wie Netflix, Amazon und Disney, sondern auch für deutsche Fernsehsender, die wegen der Verlagerung ihrer Produktion an kostengünstigere Standorte in Osteuropa in die Kritik geraten sind.
Kulturminister Wolfram Weimer hofft, dass der Plan dazu beitragen wird, „zuverlässige, international wettbewerbsfähige Bedingungen” für den deutschen audiovisuellen Sektor zu schaffen.
Mindestmenge an deutschsprachigen Inhalten
Außerdem wird eine Mindestmenge an deutschsprachigen Inhalten vorgeschrieben, wobei Unternehmen, die mehr als 12 % ihrer Einnahmen in lokale Produktionen investieren, von dieser Regelung ausgenommen sind.
Deutschland folgt damit dem Beispiel von Ländern wie Frankreich, das seit 2021 von Streaming-Plattformen verlangt, mindestens 20 % ihrer Einnahmen in Frankreich für die Finanzierung europäischer oder frankophoner Eigenproduktionen aufzuwenden.
Neben der Investitionsauflage sieht der am Donnerstag vorgestellte Plan auch eine Aufstockung der öffentlichen Mittel für das deutsche Kino vor, die sich auf 250 Millionen Euro pro Jahr verdoppeln sollen.
Finanzminister Lars Klingbeil sagte, dass die zusätzlichen Mittel „Arbeitsplätze“ in der deutschen Filmindustrie sichern werden. „Wir wollen die wunderbare Filmszene Deutschlands stärken und einen Top-Standort“ für die Produktion von Film und Fernsehen schaffen, sagte Klingbeil.
Die Vorschläge werden voraussichtlich schnell vom Kabinett verabschiedet und dann dem Parlament zur Zustimmung vorgelegt.