Deutschland und Spanien starten Dialog zu EU-Status von Regionalsprachen
Hintergrund ist, dass der Plan, Katalanisch, Baskisch und Galicisch in die Liste der EU-Amtssprachen aufzunehmen, im Juli ins Stocken geraten war – unter anderem, weil Deutschland und andere Mitgliedstaaten Vorbehalte äußerten.
MADRID – Spanien und Deutschland haben sich am Freitag darauf geeinigt, einen „Dialog“ über die Anerkennung der drei wichtigsten spanischen Regionalsprachen auf EU-Ebene aufzunehmen. Das geht aus einer gemeinsamen Erklärung beider Länder hervor.
Hintergrund ist, dass der Plan, Katalanisch, Baskisch und Galicisch in die Liste der EU-Amtssprachen aufzunehmen, im Juli ins Stocken geraten war – unter anderem, weil Deutschland und andere Mitgliedstaaten Vorbehalte äußerten.
Die Erklärung versteht sich als „Antwort“ auf Spaniens Bitte, einen Weg zu finden, die drei Sprachen so anzuerkennen, dass dies für alle EU-Mitgliedstaaten „akzeptabel“ ist.
Aus Regierungskreisen von Ministerpräsident Pedro Sánchez hieß es, man verfolge konsequent das Ziel, Katalanisch, Baskisch und Galicisch zu offiziellen EU-Sprachen zu machen.
Die Initiative folgt auf Spaniens Entscheidung, das Thema nicht auf die Tagesordnung des EU-Ministertreffens in Luxemburg in dieser Woche zu setzen. Madrid kündigte jedoch am Freitag an, den Vorschlag beim nächsten Treffen erneut einzubringen.
Dies nährte Spekulationen, dass Madrid nach zwei Jahren Gegenwind seine Bemühungen um die Anerkennung der drei Regionalsprachen möglicherweise aufgegeben haben könnte.
Davon ist jedoch keine Rede: Kataloniens Außenbeauftragter Jaume Duch sagte gegenüber Euractiv, Spanien werde „nicht aufhören“, bis dieses Ziel erreicht sei – trotz anhaltender Vorbehalte mehrerer EU-Staaten.
Außenminister José Manuel Albares hatte bereits im Vormonat gegenüber lokalen Medien erklärt, 20 von 26 EU-Mitgliedstaaten unterstützten Madrids Initiative.
Die offizielle Anerkennung des Katalanischen in der EU war eine zentrale Bedingung der katalanischen Separatistenpartei Junts per Catalunya für ihre Unterstützung der Wiederwahl von Pedro Sánchez im Jahr 2023.
(jl)