Deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie trägt ihre Enttäuschung über FCAS auf die Straße
Die deutsche Industrie und ihre Arbeitnehmer haben beschlossen, den Druck auf Berlin zu erhöhen und rufen für Donnerstag zu einem Protesttag an ihrem Hauptstandort in Manching, Bayern, und an anderen Städten auf.
Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie hat gemeinsam mit den Gewerkschaften zu Protesten gegen die verzögerte Entscheidung über das Kampfflugzeugprojekt Future Combat Air System (FCAS) aufgerufen, an dem das deutsche Unternehmen Airbus Defence and Space als führender Partner beteiligt ist.
Ein anhaltender Streit zwischen Frankreich und Deutschland über das weitere Vorgehen bei FCAS hat Zweifel an der Zukunft des Projekts aufkommen lassen.
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Nun haben die deutsche Industrie und ihre Arbeitnehmer beschlossen, den Druck auf Berlin zu erhöhen und rufen für Donnerstag zu einem Protesttag an ihrem Hauptstandort in Manching, Bayern, und an anderen Standorten in Deutschland auf. „Tausende von Arbeitsplätzen stehen auf dem Spiel“, warnte die Gewerkschaft IG Metall in München.
„Das FCAS-Programm muss so schnell wie möglich fortgesetzt werden“
Die Arbeitnehmer hoffen, dass ihre Demonstration Berlin dazu bewegen kann, entschlossener zu handeln, um das Projekt voranzubringen. Beide Verbände fordern ein Ende des Stillstands und argumentieren, dass „das FCAS-Programm so schnell wie möglich fortgesetzt werden muss“.
Die Fortschritte bei dem 100-Milliarden-Euro-Projekt, das einen Kampfflugzeug der nächsten Generation in Verbindung mit einem System autonomer Drohnen und einer KI-Cloud umfassen soll, sind seit über einem Jahr ins Stocken geraten. Der führende deutsche Auftragnehmer Airbus Defence and Space und das französische Unternehmen Dassault haben ihre Meinungsverschiedenheiten über die geplanten Arbeiten öffentlich gemacht. Darüber hinaus sind sich Berlin und Paris uneinig über das Design des Kampfflugzeugs.
In einer Pressemitteilung argumentieren sowohl der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) als auch die Gewerkschaft IG Metall, dass Deutschland alleine vorangehen und die Führung bei der Entwicklung eines Kampfflugzeugs übernehmen sollte, wobei die Tür für andere Partner offen bleiben sollte, sich später anzuschließen.
Für den Airbus-Standort in Manching ist die Fortsetzung der Produktion des Kampfflugzeugs für die 5.000 dort beschäftigten Arbeitnehmer von entscheidender Bedeutung. Auch die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie wäre durch verschiedene Lieferketten betroffen.
Eine Entscheidung der drei Partnerländer Frankreich, Deutschland und Spanien war für Ende letzten Jahres geplant, wurde aber letztlich verschoben. Eine neue Frist wurde ins Spiel gebracht, als Deutschland bekannt gab, dass es bis Ende Februar einen Vorschlag aus Frankreich erwarte. Bislang ist noch keine Entscheidung gefallen.
(cm)