Deutsche Industrie warnt vor "Rohstofflücke" [DE]

Deutschland steht vor einer Rohstoffversorgungslücke, teilweise durch die geförderte Ausfuhr von Rohstoffen aus Europa, so wie Schrott, sagte gestern (26. August) die Bundesverband der deutschen Industrie BDI.

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Deutschland steht vor einer Rohstoffversorgungslücke, teilweise durch die geförderte Ausfuhr von Rohstoffen aus Europa, so wie Schrott, sagte gestern (26. August) die Bundesverband der deutschen Industrie BDI.

„Wir steuern auf eine Rohstofflücke zu“, sagte Ulrich Grillo, Vorsitzender des BDI und Geschäftsführer des deutschen Zinkproduzenten, der Grillo-Werke.

„Globale, europäische und nationale Beschränkungen auf Rohstoffe bedrohen das Wachstum der deutschen Industrie, was unerlässlich ist um die Krise zu bewältigen.“

Allein China hat den Handel mit Rohstoffen und Halbfertigwaren beschränkt mit 373 Ausfuhrabgaben beschränkt, sagte er in einer Mitteilung. Diese besonders gestörten Vorräte von Kupfer- und Metallneodym werden für Laserzubehör benötigt.

China hat eine Erstattung der Mehrwertsteuer auf Importe von Metallschrott ab 2010 geplant, sagte er. China hat solche Erstattungen bereits in der Vergangenheit gemacht, sie hatten einen „Staubsaugereffekt auf dem Schrottmarkt und sogen den Weltmetallschrottmarkt auf“.

Deutschland bräuchte solchen Metallschrott, da etwa 50 Prozent der deutschen Metallproduktion Schrott mit sich brächten, sagte er.

Schrottmetall: Abfall oder brauchbares Produkt?

Europäische Exporte von sekundären Rohstoffen waren in den letzten Jahren stark angestiegen, sagte er. „Solche Exporte sind oftmals illegal“, sagte er. „Abfall wird oft als brauchbare Güter exportiert oder falsche Bezeichnungen des Materialtyps werden gemacht.“

„Das zentrale Problem ist die Grenze zwischen Abfall und brauchbaren Produkten.“ 
Weniger als die Hälfte der Autos, die in Deutschland als Schrott versendet werden, wurden in Metall recycelt, sagte er. Er schätzte, dass 40 Prozent der deutschen Automobile, die als Schrott versendet werden, ins Ausland ohne Anzeige als Exporte ins Ausland verschickt werden.

Die Deutsche Industrie war auch über die zunehmende Konzentration der globalen Rohstoffvorkommen in den Händen einer kleinen Anzahl mächtiger Firmen besorgt, so wie beispielsweise das Eisenerz Joint Venture, das im Juni von den Minengiganten Rio Tinto und BHP Billiton gegründet wurde.

Es gab auch Bedenken wegen der zunehmenden chinesischen Aktienbesitzkäufe von Nickelminen in Kanada und Südamerika.

Grillo fordert mehr politische Aufmerksamkeit für die Europäischen Rohstofflieferungen. Deutschland und die Europäische Union sollten eine einheitliche Rohstoffstrategie entwickeln, die mehr dynamische Aktivität entfaltet, um internationale Handelsstörungen anzugehen, welche den Rohstoffhandel stören.

EU-Rohmaterialeninitiative

Letzten Mai haben die Wirtschaftsminister der EU Pläne unterstützt, der Wirtschaft besseren Zugang zu Rohstoffen zu garantieren, da sich der Wettbewerb um Rohstoffe, wie seltene Metalle, durch die Globalisierung verschärfen wird.

Eine neue Strategie, die gegen Ende des Jahres ausgearbeitet werden wird, sollte darauf abzielen, den Verbrauch von natürlichen Primärressourcen zu reduzieren, indem man Ressourceneffizienz und –Recycling erhöht, stimmten die Minister überein.

Die Minister luden die Kommission ein, eine vorläufige Liste der kritischen Rohstoffe mit Blick auf ein endgültige Übereinkunft „vor Ende 2009“ auszuarbeiten.

(EURACTIV mit Reuters.)