Deutsche Glühbirne: fixe Idee vor dem bevorstehenden EU-Verbot [DE]
Deutsche stocken ihren Vorrat an Glühbirnen auf vor dem EU-Verbot, das ab September kommt.
Deutsche stocken ihren Vorrat an Glühbirnen auf vor dem EU-Verbot, das ab September kommt.
Im März hat die Europäische Kommission eine neue Richtline angenommen, um nach und nach alle Lichtglühbirnen und ineffizienten Halogenbirnen zwischen 1. September und 2012 aus dem Verkehr zu ziehen. Mit dem Verbot wird die Absicht verfolgt, in der EU zu helfen, gegen den Klimawandel zu kämpfen, da die Kommission schätzt, dass ein Schritt zu effizienten Halogen- und kompakten fluoreszierenden Lampen, die CO2-Emisssionen der EU um ungefähr 15 Millionen Tonnen jedes Jahr reduzieren könnte.
Nutznießer, so glaubt die Kommission, werden die Verbraucher sein, da ein Haushalt “leicht“ 50 € im Jahr einsparen wird, dank eines geringeren Stromverbrauchs und der längeren Lebenszeit von diesen neuen Lampen, was den höheren Verkaufspreis kompensieren wird.
In der Annahme der neuen Regeln, fielen die Verkäufe traditioneller Glühbirnen in vielen europäischen Ländern um bis zu 35 Prozent im ersten Jahresviertel 2009, laut der Marktforschungsgesellschaft Gfk. Zur gleichen Zeit haben Energiesparlampen zunehmend ihren Marktanteil erhöht. Im Vereinigten Königreich wurden zum Beispiel 12,3 Millionen im letzten Quartal in 2008 im Vergleich zu 8,9 Millionen in der Vorjahresperiode verkauft.
Osram, ein führender Hersteller, berichtete, dass grüne Produkte nun zu 65 Prozent seiner Verkäufe zählten und dass er auf einen Anstieg auf 80 Prozent in den nächsten Jahren hoffe.
“Der große Trend ist Energieeffizienz”, sagte Marten Goetzeler, Vorstandschef von Osram, und fügte hinzu, dass die EU-Entscheidung weiterem technologischen Wandel weiteren Auftrieb verleihe.
Deutsche Verbraucher sträuben sich
Aber nicht alle Regionen folgen. In Deutschland horten die Verbraucher nun traditionelle Glühbirnen bevor die Aussonderung mit 100-Watt-Glühbirnen beginnt, so die deutsche Zeitschrift Der Spiegel. Manche Deutsche haben genug Glühbirnen gekauft, die ihnen für die nächsten 2 Jahrzehnte reichen würden und Einzelhändler folgen dem Trend und haben ihr Sortiment mit den Energieverschwendern aufgestockt, da Glühbirnen in den Regalen oder Lagern immer noch verkauft werden dürfen bis sie ausgehen.
Ironischerweise hat dies die Gewinne der Unternehmen erhöht, welche diese Ware herstellen. Laut der GfK war der Verkauf von Glühbirnen in Deutschland dieses Jahr zwischen Januar und April um 20 Prozent höher als in der gleichen Zeit im Jahr 2008.
Verbraucher argumentieren, dass fluoreszierende Glühbirnen nicht mit der Lichtqualität der gewöhnlichen Glühbirnen vergleichbar sind, sie seien zu dunkel und hätten verfälschte Farben. Zudem wurden Bedenken laut, dass das flackernde Licht fluoreszierende Licht Migräne oder Epilepsiekrämpfe auslösen könnte.
Manche stellen auch die Grünheit der fluoreszierenden Glühbirnen in Frage, welche Quecksilber enthalten und daher angemessene Recyclingeinrichtungen benötigen. Jedoch so wie Kohlekraftwerke Quecksilber ausstossen, geben die gewöhnlichen Glühbirnen indirekt noch mehr Quecksilber ab, da sie größere Mengen an Elektrizität verbrauchen, so Experten.
Das wirtschaftliche und umwelttechnische Argument gegen die Glühbirne ist jedoch überzeugend, da sie nur 5% der Energie umwandeln, um Licht zu erzeugen, und den Rest als Hitze verschwenden. Fluoreszierende Lichter benutzen um 75 Prozent weniger Energie als Glühbirnen, während effiziente Halogenlampen welche die Lichtqualität gewöhnlicher Glühbirnen erreichen, zwischen 25 und 55 Prozent Energie sparen.