Der 9. November: Berlin, ick spinne!

„Einmal auf der Mauer tanzen!“ Und „Einmal mit dem Trabi auf dem Ku’damm parken!“ Erst am späten Abend setzt der Sturm auf die Grenzübergangsstellen ein. Die live übertragenen Ankündigungen Günter Schabowskis – „sofort, unverzüglich“ – entwickeln nur zögernd Eigendynamik. Eindrücke von einer Nacht voll Wahnsinn, einem Wochenende grenzenlosen Glücks.

„Wahnsinn!“ – Berliner Mauer vor dem Brandenburger Tor in der Nacht des 9. November 1989 (Foto: dpa)
"Wahnsinn!" - Berliner Mauer vor dem Brandenburger Tor in der Nacht des 9. November 1989 (Foto: dpa)

„Einmal auf der Mauer tanzen!“ Und „Einmal mit dem Trabi auf dem Ku’damm parken!“ Erst am späten Abend setzt der Sturm auf die Grenzübergangsstellen ein. Die live übertragenen Ankündigungen Günter Schabowskis – „sofort, unverzüglich“ – entwickeln nur zögernd Eigendynamik. Eindrücke von einer Nacht voll Wahnsinn, einem Wochenende grenzenlosen Glücks.

„Ick spinne: Auf der Mauer sitzen und Sekt trinken!!!" Vor kurzem erst wurde der 54-jährigen Ostberlinerin der Antrag abgelehnt, ihre Tochter in Westberlin zum 20. Geburtstag besuchen zu dürfen. Erst wenn die Tochter 50 sei, dürfe sie rüber. „Und jetzt steht uns nach 28 Jahren Mauer die Welt offen!“

Party auf der Panzersperre

„Die Mauer ist weg!“ schreien West- und Ostberliner im Chor, die vor dem Brandenburger Tor auf dem „antifaschistischen Schutzwall“ feiern. Direkt vor dem Tor ist die Mauer nur 2,50 Meter hoch, die Obenstehenden ziehen immer mehr Leute in die Höhe. Keiner hat damit gerechnet, dass die Mauer an dieser Stelle dreieinhalb Meter breit ist. Sie dient hier gleichzeitig als Panzersperre.

Hunderttausende sind diese Nacht auf den Beinen. Der 36-jährige Michael Wolfram und der 40-jährige Michael Seeger, beide aus dem Westteil, sind vermutlich die ersten Menschen, die samt ihren Fahrrädern über die Berliner Mauer klettern – und das vor den Augen Hunderter Polizisten. Seeger, der Elektroakustiker, war noch nie im Ostteil.

Bevor beide mit ihren Rädern Unter den Linden stadteinwärts fahren, wo schon Westberliner Autofahrer eine Huporgie veranstalten, kalkuliert Wolfram, auf die Mauer deutend: Mit drei Mann ist das ganze Stück hier in einem Tag weg.“ Michael Wolfram ist Betonabrissspezialist.

Von beiden Seiten wird die Mauer am Brandenburger Tor überklettert. Erst gegen drei Uhr nachts haben die Volkspolizisten – auch unter Einsatz von Wasserwerfern – erreicht, dass vom Osten niemand mehr in den Westen klettert. Umgekehrt lassen sie die Menschen die ganze Nacht ungehindert rüberkommen. „Jungs, freut euch!“ ruft ein Westberliner den Vopos zu. „Ein Berlin!“ – „Zeit wird’s“, murmelt ein junger Uniformierter. Zurück müssen auch die Westberliner dann über eine offizielle Schleuse.

Undenkbar: Volkspolizisten betätigen sich als Auskunftspersonen, wo da die nächstgelegenen Durchlässe sind. Ein Offizier appelliert an die drängende Masse von Neugierigen mit einem Satz, den noch wenige Stunden zuvor niemand geglaubt hätte: „Benutzen Sie doch einen der freien Grenzübergänge, das ist doch bequemer, als über die Mauer zu klettern!“

Mit dem Ostberliner Taxi in den Westen

Ein 43-jähriger Automechaniker hat mit seinem Hund die Mauer überwunden: „Ein Hin und Her auf der Mauer, keiner weiß, wer ein Ostler und ein Westler ist. Dass ich die Mauer stürmen kann, hatte ich mir in der Frühe nie träumen lassen!“ Die Mauer sei jetzt fällig, „die Platten kann man für den sozialen Wohnbau verwenden.“ Unbedingt mit einem Ostberliner Taxi will er wieder nach Hause in den Westteil.

Zwei Hauptwachtmeister lassen sich ins Gespräch verwickeln. beide wurden kurz vor Dienstschluss um zwei Uhr nachts in Alarmbereitschaft versetzt und am Brandenburger Tor postiert. Der 25-Jährige, Vater von zwei Kindern: „Wenn man hierher unvorbereitet in Alarmbereitschaft muss, da geht einem schon einiges schwer im Kopf herum. Meine Frau wird sich jetzt auch was denken.“ Aber die Polizei schreitet hier nicht ein. „Wir vermeiden jede Konfrontation“, sagt er, in einer der fünf Reihen stehend und trotzdem die Leute durchlassend.

"Ich fordere Sie auf, verlassen Sie die Mauer!"

Neben dem Brandenburger Tor schallt ein Polizeimegaphon in den Himmel, alle paar Wörter absetzend: „Im Interesse von Ruhe, Ordnung und Sicherheit an dieser Staatsgrenze – verlassen Sie den Pariser Platz!" Der unbebaute Pariser Platz auf der Ostseite des Brandenburger Tors gehört mit seinen militärischen Sperranlagen zum Grenzstreifen. Bis jetzt durfte den niemand betreten. „Bewohner von Berlin West: Ich fordere Sie auf, verlassen Sie die Mauer!" Pfiffe und Gejohle sind die Antwort Tausender Menschen. Keiner schert sich um die wiederholten Befehle aus den Lautsprechern.

Auch der Polizei-Hauptwachtmeister will bald einen Kurzausflug auf die andere Seite machen: „Das gilt doch für alle Bürger der DDR, und in erster Linie sind wir selbst doch auch Bürger!“

Kampfgruppen stehen parat

Sein 29-jähriger Kollege sagt: „Viele ältere Volkspolizisten wissen jetzt nicht, was sie denken sollen. Ich mach kein Hehl daraus: Direkt an der Mauer stehen Kampfgruppen. Da sind welche dabei, die schon am 13. August 1961 hier Dienst hatten, als der Bau der Mauer begann. Die werden sich irgendwie schwer tun.“ Betroffen macht ihn, dass ihnen die Bevölkerung den 7. Oktober nachträgt, den Tag der brutalen Niederschlagung von Demonstranten zum Ende des 40. Geburtstags der DDR. 

Das mit den älteren Polizisten hat der 22-jährige Tobias Perlick gerade selbst erlebt. Er und sein Nachbar passierten – ohne jede Kontrolle – mit dem Fahrrad den Übergang Bornholmer Straße. Die alten Vopos schauten mit versteinerten Gesichtern zu. „Das hat man gespürt, die wollten dem ganzen am liebsten ein Ende machen.“ Perlick kann alles noch nicht glauben. Sein Rad ließ er im Westen stehen, kletterte herüber, dann wieder zurück, und nun ist er mit seinem Rad wieder hier.

Ein Westberliner Student ist verzweifelt. Seine Freunde wollte er überraschen, er erreicht sie nicht. „Die suchen mich wahrscheinlich selber drüben.“ Ein Pärchen aus Berlin-Kreuzberg kommt, es ist vier Uhr morgens, von drüben: „Ein total irres Feeling. Einfach so rüberklettern über die Mauer!“

Direkt aus der Spätschicht

An den Übergängen Bornholmer Straße und Invalidenstraße drängen die ganze Nacht Abertausende rüber. Nach dem ersten Ansturm werden die Westberliner nicht mehr mit ihren Autos in den Osten gelassen. Die wegen der Menschenmassen nur noch einspurig benutzbare Grenzstelle soll den Ostberlinern freie Fahrt ermöglichen. „Ein einziges Mal auf dem Ku’damm mit dem Trabi parken!“ wünscht sich eine Frau. Viele sind in Arbeitskleidung und kommen direkt aus der Spätschicht. Andere waren eben noch in der Disco, wo unentwegt der Lambada gespielt wird. Kaum einer hat Westgeld.

"Bloß in meine alte Heimat kieken"

Aber in Westberlin erwartet sie ein toller Empfang – Applaus, Jubel, Bier und Sekt. Sie fallen in Gruppen in die Kneipen ein, werden eingeladen. McDonald’s auf dem Kurfürstendamm öffnet in dieser Nacht noch einmal sein Lokal. Ein Ostberliner kann nicht fassen, dass ihn ein Taxifahrer mit DDR-Mark statt D-Mark zum Kurs von 1:1 chauffiert hat. Eine Frau aus dem Westen will "bloß in meine alte Heimat kieken – aber ich kann nicht, ich bin so fertig."

Ein junger DDR-Bürger sagt auf dem Heimweg: „Ich hab Koch gelernt, und die haben mir drüben gleich einen Job angeboten. Das ist ja wohl das Kurioseste!"

Der Tag nach dem nächtlichen Taumel: Freitag mittag sitzen mehr als tausend junge Leute auf der Mauer am Brandenburger Tor, feiern, diskutieren. Amerikanische und britische Hubschrauber kreisen über der historischen Szene. Viele Zehntausend DDR-Bürger passieren die Grenzübergänge, wo sie nur den Personalausweis vorlegen müssen. Der Andrang ist groß, denn niemand weiß, wie lang diese Ausnahmeregelung gelten wird.

"Da will jetzt keiner nachdenken"

Das erste Wochenende danach: „Wahnsinn!", „Schock" und „Hammerschlag" überall. Ein Wochenende lang lässt sich ganz Berlin von einer unglaublichen Stimmung tragen. „Da will man sich nur noch treiben lassen, da will keiner darüber nachdenken", resümiert ein junger Ostberliner nach der Rückkehr von der anderen Seite, wo die Leute seinen Trabant mit Sekt begossen und ausgelassen aufs Dach geklopft haben. Er ist einer von mindestens eineinhalb Millionen Ostdeutschen, die am Wochenende durch die alten und neuen Tore kamen.

An diesem Freitag arbeitet niemand. In den einen Betrieben wird den ganzen Tag gefeiert, in anderen heulen Frauen und Männer vor Glück – sofern sie sich nicht kurzfristig krank gemeldet haben, um sich den Lockungen des Kurfürstendamms hinzugeben, übermüdet von Tränen, Kerzen und Sektflaschen, vom Lärm der Bagger und Pressluftbohrer.

Meistgehasstes Sammelobjekt

Seit 28 Jahren meistgehasst, wird die Berliner Mauer plötzlich zum begehrten Sammelobjekt. Wo die neuen Grenzübergänge herausgebrochen werden, sammeln die Zuschauer Ziegelstücke und halten sie den Vopos zum Signieren hin. Ein Arbeiter: „So sauber war eine Baustelle noch nie.“ Auf der kapitalistischen Seite der Mauer werden die Trümmer um ein paar Mark verscherbelt.

Die Nacht von Freitag auf Samstag: Um 19 Uhr erhält der Bautrupp den Auftrag, den Grenzübergang Eberswalder (Ostseite) beziehungsweise Bernauer Straße (Westseite) zu errichten. Einen der fünf neuen Durchlässe dieses Wochenendes. Um Mitternacht geben zwei große Löcher den Blick auf den Todesstreifen frei. Wo jetzt unbewaffnete Grenzsoldaten wachen, lagen früher Spanische Reiter und Fakirbetten.

Dreimal an derselben Stelle

Einer der Bauarbeiter erzählt schwer ergriffen, wie er 1961 genau hier beim Bau der Mauer mitarbeiten musste, wie er exakt an dieser Stelle seinen besten Kumpel verloren hat, der nach Überwinden der Mauer direkt auf die spitzen Eisenstifte gesprungen und verblutet ist, und wie er nun an derselben Stelle die Mauer einreißen darf.

Um ein Uhr nachts stehen ein paar Dutzend Anrainer zusammen, unter ihnen die Straßenbahnschienen der einstigen Linie 4. Die Schienen führen geradewegs in die Mauer. Pressluftbohrer dröhnen, auf der westlichen Seite entfernt ein Kran Betonplatten und ein Gestell mit Aussichtsplattform.

Die Trennung und der Trennschleifer

Ein Bauhandwerker – „Ich wurde 1933 belogen und seither immer belogen“ – hätte noch am Vortag jeden für verrückt erklärt, der gesagt hätte, er würde heute die Mauer demolieren. „Aber damals, als sie gebaut wurde, wollte das ja auch kleiner glauben.“ Dann wird der Maurer, der zu Hause ein Buch über die französische Revolution zu lesen begonnen hat, pathetisch: „Ich reiße heute Nacht ein Stück deutscher Geschichte nieder.“

Um 7.45 Uhr wird als letzte Absperrung eine rot-weiße Stahlplanke mit einem Trennschleifer beseitigt. Um 9.27 Uhr die Vollzugsmeldung der Nachrichtenagentur ADN: „Seit Sonnabend acht Uhr ist der Grenzübergang Eberswalder Straße im Berliner Stadtbezirk Prenzlauer Berg passierbar.“ Es ist der dritte dieser Nacht. Zuvor waren schon die Glienicker Brücke und der Übergang Mahlow freigegeben worden.

Um die Mittagszeit wimmelt es von Tausenden Menschen. Drei Straßen führen sternförmig her, drei Schlangen warten auf den Westen. Es geht überraschend schnell. Ein junger Polizist treibt die DDR-Bürger sogar an. Er fordert sie auf: „Lächeln und aussehen wie auf dem Lichtbild.“ Polizeihauptmann Karlheinz Kettler bestätigt, dass nur pro forma kontrolliert wird. „Es würde nicht auffallen, wenn einer mit dem Ausweis des Freundes durchgeht. Erst ab Montag braucht jeder ein Visum, das er aber sofort bekommt.“

35 Minuten, um aus dem Waggon auszusteigen

Der Kontrast könnte nicht größer sein, die Stadt droht zu kippen. Ostberlin ist leergefegt, der Westen vollgestopft. Am Sonntag dürften es schätzungsweise eine Million Menschen sein, die in den Westen strömt. In Sonderzügen und Sonderbussen kommen die Leute aus Dresden, Leipzig, Magdeburg und Karl-Marx-Stadt, viele sogar stehend in Güterwaggons.

In den grenznahen U- und S-Bahn-Stationen kann man nicht einmal mehr aussteigen. Der Bahnsteig ist so gerammelt voll, dass man nicht einmal die Waggons verlassen kann. Für die paar Stufen vom Bahnsteig Friedrichstraße bis zum Ausgang der Haltestelle auf Straßenniveau brauche ich exakt 35 Minuten. Körper an Körper gepresst, Kinderwagen, Gehbehinderte sind darunter, aber es fällt kein böses Wort. Alle schwelgen in Glückshormonen, alle wirken gedopt.

"Wie Karneval, Ostern und Weihnachten zusammen"

Auf den Straßen der Westberliner City und in Kreuzberg bewegen sich die Autos nur noch im Schritttempo. „Chaos in Berlin“, stöhnt ein Rundfunksprecher und erspart sich die Verkehrsdurchsagen. In der Luft liegt die schwere Wolke von Zweitakter-Duft. So kann Freiheit riechen. Die Straßenränder sind vollgeparkt mit DDR-Kennzeichen. Auf den Gehsteigen rund um die Gedächtniskirche drängeln sich Zehntausende. Vor den Bankfilialen und Postämtern, in denen auch Samstag und Sonntag das Begrüßungsgeld von 100 D-Mark pro Person ausbezahlt wird, stehen kilometerlange Schlangen frierender Menschen. Aber DDR-Bürger kennen beim Schlangestehen keine Panik. „Bei uns ist das viel schlimmer“, sagt ein Karl-Marx-Städter, der drei Stunden in seinem Trabi geschlafen hat und nun schon fünf Stunden vor der Bankfiliale ausharrt. Die Eroberer aus dem Osten empfinden dieses Warten „wie Karneval, Ostern und Weihnachten zusammen“.

Die Bürgermeister von Berlin West und Ost, Walter Momper und Erhard Krack, gelten vorübergehend als verschollen, als sie Sonntag früh den Übergang Potsdamer Platz eröffnen wollen. Vor dem Krieg war hier Europas größter Verkehrsknotenpunkt mit der ersten Ampelanlage des Kontinents, während der Mauerjahre war die große Brache Teil der Grenzanlage.

Jetzt ist es der symbolträchtigste neue Übergang. Zur Leipziger Straße, einer der wichtigsten Einkaufsstraßen Ostberlins, wird eine direkte Verbindung geschaffen. „Ein historischer Moment“, sagt Walter Momper im kalten Novembernebel um acht Uhr am Sonntagmorgen. Sogar Bundespräsident Richard von Weizsäcker, ehemals Regierender Bürgermeister von Berlin, probiert die neue Grenzstelle aus. Erstmals betritt er als Staatsoberhaupt das DDR-Territorium, wenigstens für ein paar Minuten in der Mittagssonne.

Momper gegen "Wiedervereinigungsromantik"

Wo man auch hinkommt: Walter Momper ist schon da. Mit seinen beiden Bodyguards und seinem Pressesprecher Werner Kolhoff schiebt sich der Westberliner Regierungschef immer dort durch die Massen, wo das Gedränge am dichtesten ist. „Walter, Walter!“ rufen die Menschen, sobald sie ihren Bürgermeister erkennen. Noch ein halbes Jahr zuvor, als er das Amt von Eberhard Diepgen (CDU) übernahm, war er an der Spree der große Unbekannte. Heute kennt ihn jeder, mit seiner Stirnglatze, dem roten Schal und seiner unverschnörkelten Sprache. Unentwegt mahnt er zur Vernunft und warnt beschwörend davor, den Prozess der Demokratisierung der DDR nicht durch „Wiedervereinigungsromantik“ zu gefährden.

Auch außerhalb Berlins nie dagewesene Staus an der deutsch-deutschen Grenze. Für die Strecke Helmstedt braucht man zwölf bis 14 statt der sonstigen zwei Stunden. Um den Druck bei der Rückreise zu kanalisieren, öffnet die DDR zehn neue Übergänge an der innerdeutschen Grenze. Der erste ist Eckertal bei Bad Harzburg. Weitere sollen folgen. Bagger überfahren die Tafeln „Halt hier Grenze“.

Ein Hamburger, geviertelt

Ein junges Elternpaar sitzt mit zwei Kindern bei McDonald’s. Sie teilen sich zu viert einen einzigen Hamburger, eine kleine Packung Pommes frites und eine kleine Cola – und sie wirken glückselig wie in der Werbung.

Ein älteres Ehepaar will eine modern gestylte Bäckerei am Ku’damm betreten, entdeckt aber nicht den Eingang. Als sich die Glasschiebetüren plötzlich automatisch öffnen, erschrecken die Senioren und treten entmutigt den Rückzug an. Erschlagen von Buntem und Grellem, rettet sich das Paar nach nur einer Stunde Westen zurück ins gewohnte Grau.

Ewald König, Chefredakteur von EURACTIV.de, war zu Zeiten der Wende Deutschland-Korrespondent der österreichischen Zeitung DIE PRESSE. Für die Leser von EURACTIV schildert er in einer Serie, was er vor zwanzig Jahren erlebt hat.

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