Das Auf und Ab der Sicherheit: Aufzüge und Anlagen im Visier

Anlagensicherheits-Report 2014: Das Sicherheitsniveau technischer Anlagen in Deutschland ist im europäischen Vergleich hoch, aber wegen der Abschaffung unabhängiger Prüfungen gefährdet. Es geht um Aufzüge und Anlagen: Der Verband der TÜV (VdTÜV) kritisiert die Novellierung der Betriebssicherheitsverordnung.

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Na dann gute Fahrt…
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Anlagensicherheits-Report 2014: Das Sicherheitsniveau technischer Anlagen in Deutschland ist im europäischen Vergleich hoch, aber wegen der Abschaffung unabhängiger Prüfungen gefährdet. Es geht um Aufzüge und Anlagen: Der Verband der TÜV (VdTÜV) kritisiert die Novellierung der Betriebssicherheitsverordnung.

Die Novellierung der Betriebssicherheitsverordnung soll die Überwachung gefährlicher Anlagen neu regeln: Tanklager und Anlagen mit brennbaren Flüssigkeiten werden künftig keine unabhängige Prüfungen mehr haben, außerdem wird es bei den Aufzugsanlagen keine unangekündigten und unabhängigen Zwischenprüfungen mehr geben. Wie hoch wird der Preis für das Sicherheitsniveau in Zukunft sein?

Für das Jahr 2013 enthält die Studie der Zugelassenen Überwachsungsstellen (ZÜS), die soeben vom Verband der TÜV (VdTÜV) in Berlin vorgestellt wurde, eine insgesamt positive Bilanz, besonders was die unabhängigen Prüfungen der sogenannten Ex-elh-Anlagen – Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen und Anlagen zur Lagerung und Abfüllung bestimmter entzündbaren Flüssigkeiten – betrifft. Tatsächlich ist über die letzen Jahren die Anzahl der mängelfreien Lageranlagen (83 Prozent) und der Füll- und Entleerstellen (74 Prozent) gestiegen, während circa 9 Prozent der Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen gefährliche Mängel haben. Hohes Sicherheitsniveau ist auch für 50 Prozent der Tankstellen und im Durchschnitt für 76 Prozent der Druckanlagen garantiert.

“ Wenn allerdings die Sicherheit einer Anlage nicht gegeben ist, kann das katastrophale Folgen haben“, warnt Klaus Brüggemann, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VdTÜV. Dazu ist der Zustand der Aufzugsanlagen von Bedeutung: Die Hälfte weist Mängel auf, und mindestens 150.000 werden nicht geprüft. Dieter Roas vom TÜV-Süd weist darauf hin, dass die Prüfung der elektrischen Einrichtung nicht mehr durch unabhängige Stellen durchgeführt werden soll. Außerdem soll der Prüfturnus auf zwei Jahren verlängert werden. Aus diesem Grund fragen sich die Experten, ob und wie die Reduzierung der Prüfaufgaben und des Qualifikationsniveaus der Prüfer überwachungsbedürftiger Anlagen die Sicherheit verringern könne.

„Novellierung braucht Nachbesserung“

Im Fokus steht die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales betriebene Novellierung der Betriebssicherheitsverordnung. Brüggemann stellt zwei dringende und kritische Punkte heraus: zusammen mit den Problemen bei der Prüfungen der Aufzüge, bei so genannten Elh-Anlagen soll die unabhängige Prüfung durch die ZÜS entfallen – „sowohl vor der Inbetriebnahme als auch während des laufenden Betriebs“, betont er. Infolgedessen müssen sich Unternehmen um die Prüfungen selbst kümmern, was auf lange Seite gefährlich sein könne. Deswegen plädiert der VdTÜV dafür, den Entwurf zur Novellierung der Betriebssicherheitsverordnung nachzubessern. Unstrittig ist, dass die Ergebnisse dieses Anlagensicherheits-Reports 2014 die weitere Diskussion beflügelt.