Dänische Ministerin startet Klima-Weckruf [DE]
Nur noch 70 Tage bis sich Staats-und Regierungschefs in Kopenhagen zur Verhandlung eines Post-Kyoto-Protokolls treffen. Es besteht die Notwendigkeit, die Verhandlungen zu beschleunigen und "politische Entscheidungen" zu treffen", sagte die dänische Ministerin für Klimawandel und Energie, Connie Hedegaard, EURACTIV in einem Interview.
Nur noch 70 Tage bis sich Staats-und Regierungschefs in Kopenhagen zur Verhandlung eines Post-Kyoto-Protokolls treffen. Es besteht die Notwendigkeit, die Verhandlungen zu beschleunigen und „politische Entscheidungen“ zu treffen“, sagte die dänische Ministerin für Klimawandel und Energie, Connie Hedegaard, EURACTIV in einem Interview.
„Es ist entscheidend, dass die Verhandlungsvorsitzenden den Text verkürzen. Er ist viel zu lang, zu kompliziert, es gibt zu viele eckige Klammern. Sie müssen den Text verkürzen und die politischen Forderungen klarer machen“, sagte sie als Vertreter der 192 Länder, die weiterhin Gespräche in Bangkok führten, um die Einzelheiten des Post-Kyoto Protokolls zu diskutieren.
Laut Hedegaard, die als Gastgeberin im Dezember auftreten wird, haben einige Länder damit begonnen auf die Dringlichkeit der Situation hinzuweisen. In den vergangenen Wochen hat Japan neue ehrgeizige Ziele vorgeschlagen um seine Kohlendioxid-Emissionen zu verringern.
Aber Kopenhagen muss den Wandel herbeiführen „in dem Sinne, dass die verbindlichen politischen Entscheidungen, die hier getroffen werden (…), die Welt auf die richtige Spur bringen“ und Temperaturveränderungen auf unter 2 Grad Celsius gehalten werden. Wir brauchen ein „ehrgeiziges Abkommen, das es wahrscheinlich macht, das zu halten was uns die Wissenschaft sagt“, so die dänische Ministerin.
Hedegaard argumentierte, dass die kurz- bis mittelfristige Verringerung der CO2-Emissionen derzeit 15-16% betragen, wovon sie denkt es sei nicht genug. „Je weniger die Welt bis 2020 tut, desto mehr Arbeit haben wir in den Jahren danach. Je länger wir die Maßnahmen verschieben, desto teurer werden sie“, sagte sie.
Einer der Stolpersteine bei der Erreichung eines Post-Kyoto Abkommens ist es, genügend Ressourcen bereitzustellen um Entwicklungsländern zu helfen die Auswirkungen des Klimawandels zu verringern und sich daran anzupassen.
Die dänische Ministerin argumentiert, dass es eine Reihe an Möglichkeiten gebe, die gemeinsam eine beträchtliche Summe ergeben würden. Dänemark hat etwa die Einführung einer Abgabe auf Bunkertreibstoffe für die internationale Schifffahrt vorgeschlagen.
Bevor sie jedoch ein Finanzierungspaket vorschlug, unterstrich Hedegaard die Notwendigkeit der Finanzierung 2010-2012. Die EU hat 500 Millionen – 2,1 Milliarden Euro pro Jahr als Beitrag zur internationalen Klimafinanzierung vorgeschlagen.
Ein weiterer Absatz der Vereinbarung bezieht sich auf den „Transfer von Technologien aus den reichen in ärmere Länder. Dies könnte durch die Schaffung von Kompetenzzentren in verschiedenen Gebieten und Regionen erreicht werden, sagte die Ministerin, die sich auch für die Verbreitung neuer Technologien durch den Kohlenstoffmarkt durch die so genannten Clean Development Mechanismen ausspricht.
Australien und Japan planen einen Kohlenstoffmarkt gleich jenem des EU-Emissionshandelssystems (EU ETS; siehe EURACTIV Links Dossier) zu etablieren und die USA drängen derzeit einen Vorschlag im Kongress zu verwirklichen. Die EU-Idee der Errichtung eines globalen CO2-Marktes könnte „innerhalb weniger Jahre“ erreicht werden, so Hedegaard.
Connie Hedegaard sprach mit Daniela Vincenti-Mitchener.