Dänemarks neuer Öko-Trend: Abgelaufenes Essen im Supermarkt
Dänemark hat in nur fünf Jahrenseine Lebensmittelabfälle um 25 Prozent reduziert. Das Geheimnis: ein neuer Ansatz im Umgang mit beschädigten oder abgelaufenen Produkten. EURACTIV-Kooperationspartner Journal de l’Environnement berichtet.
Dänemark hat in nur fünf Jahrenseine Lebensmittelabfälle um 25 Prozent reduziert. Das Geheimnis: ein neuer Ansatz im Umgang mit beschädigten oder abgelaufenen Produkten. EURACTIV-Kooperationspartner Journal de l’Environnement berichtet.
Die Dänen sehen abgelaufene Lebensmittel inzwischen mit anderen Augen. Durch den veränderten Blick gelang es ihnen, die Menge an weggeworfenen Nahrungsmitteln seit 2011 um ein Viertel zu reduzieren. Diese Errungenschaft ist vor allem den Bemühungen der NGO Stop Wasting Food geschuldet. 2008 wurde sie von Selina Juul gegründet und ermutigt seither Supermärkte, für Produkte, deren Mindesthaltbarkeitsdatum naht oder schon abgelaufen ist, zu werben.
Spezialisierte Geschäfte
Während die meisten dänischen Supermarktketten diese Initiative für sich angenommen haben, geht das Unternehmen Wefood noch einen Schritt weiter. In seinen spezialisierten Geschäften verkauft es ausschließlich Lebensmittel mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum oder beschädigter Verpackung.
In der dänischen Hauptstadt eröffnete Wefood bereits zwei Filialen, in denen es versucht, seine Kernbotschaft an den Mann zu bringen: Auch diese Produkte kann man noch essen. Alle angebotenen Lebensmittel sind Spenden von Erzeugern, Import-Export-Firmen und Supermärkten. Meist gehen sie zur Hälfte des normalen Preises oder noch günstiger über die Ladentheke. Darüber hinaus werden alle Einnahmen einem wohltätigen Zweck gestiftet.
Im September eröffnete in Leeds der erste britische Supermarkt für abgelaufene oder beschädigte Lebensmittel. Anders als bei Wefood können die Käufer hier selbst bestimmen, wie viel sie zahlen.
Auch in Frankreich empfiehlt die Umwelt- und Energieagentur Supermärkten in ihren Leitlinien für bewährte Verfahren, abgelaufene Produkte zu verkaufen, um Abfälle zu vermeiden. Bisher sind jedoch nur wenige Läden mit an Bord.
Mit seiner Initiative „Zu gut für die Tonne“ wirbt auch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Lebensmitteln.