Dänemark und Schweden weisen russische Diplomaten wegen Spionage aus
Mehr als ein Dutzend russische Geheimdienstmitarbeiter haben zwei Wochen Zeit, Dänemark zu verlassen. Schweden hat ebenfalls die Ausweisung von drei russischen Diplomaten wegen Spionageverdacht angekündigt.
Mehr als ein Dutzend russische Geheimdienstmitarbeiter haben zwei Wochen Zeit, Dänemark zu verlassen. Schweden hat ebenfalls die Ausweisung von drei russischen Diplomaten wegen Spionageverdacht angekündigt.
Dänemarks außenpolitischer Ausschuss hat am Dienstag (5. April) beschlossen, 15 russische Diplomaten auszuweisen. Diese Entscheidung betrifft russische Geheimdienstmitarbeiter, die auf dänischem Boden Spionage betrieben haben sollen, so Außenminister Jeppe Kofod.
„Wir haben festgestellt, dass die 15 ausgewiesenen Geheimdienstler auf dänischem Boden Spionage betrieben haben. Da wir uns im Moment in Europa in einer angespannten Sicherheitslage befinden, hält es die Regierung für richtig, diese Entscheidung jetzt zu treffen“, sagte gegenüber Pressevertreter:innen.
Der dänische Außenminister weigerte sich, auf die Frage nach der Art der Spionage und dem Zeitpunkt ihrer Aufdeckung zu antworten. Kofod teilte jedoch mit, dass die Beamten unter diplomatischer Tarnung in der russischen Botschaft in Kopenhagen gearbeitet haben und nun 14 Tage Zeit haben, das Land zu verlassen.
Gleichzeitig kündigte die schwedische Außenministerin Ann Linde die Ausweisung von drei russischen Diplomaten an. Der schwedische Geheimdienst Säpo hatte zuvor berichtet, dass ein Dutzend russischer Diplomaten in Schweden an illegalen Geheimdienstaktivitäten beteiligt sein.
„Es ist nicht einfach, Diplomaten auszuweisen. Das hat immer Konsequenzen. Auch für unsere eigene Botschaft. Daher müssen wir immer unsere eigenen Interessen abwägen, was die Möglichkeit, andere auszuweisen, jedoch nicht ausschließt“, stellte die Außenministerin auf der Pressekonferenz klar.
Zuvor hatte der Oppositionsführer Ulf Krisstersson kritisiert, dass „das gute Dutzend russischer Diplomaten, die vom schwedischen Sicherheitsdienst als Spione identifiziert wurden“, nicht ausgewiesen wurde. Der Vorsitzende der Opposition und der Partei der Moderaten bemängelte das zögerliche Handeln der schwedischen Regierung in einem Interview mit der SvD.
Die Entscheidungen Dänemarks und Schwedens erfolgten nach den jüngsten Berichten aus der ukrainischen Stadt Butscha. Dort habe Russland schwere Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung begangen.
„Gemeinsam mit einer Reihe unserer engsten Verbündeten gehen wir gegen die Spionage vor, die von bestimmten Personen unter dem Deckmantel ihres diplomatischen Status betrieben wird“, verspricht Außenminister Kofod.