Corona: EU-Kommission mahnt zur Vorbereitung auf den Winter

Die EU-Kommission hat Maßnahmen vorgeschlagen, um einen Anstieg der Corona-Fälle in der kommenden Herbst- und Wintersaison zu verhindern, und die Mitgliedstaaten zu einem koordinierten Vorgehen aufgefordert. 

EURACTIV.com
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Die Kommission forderte die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um einen Anstieg der Corona-Fälle im Herbst und Winter zu vermeiden. [<a href="https://www.shutterstock.com/image-photo/poland-warsaw-november-2021-people-on-2070180320" target="_blank" rel="noopener">[SHUTTERSTOCK/Margy Crane]</a>]

Die EU-Kommission hat Maßnahmen vorgeschlagen, um einen Anstieg der Corona-Fälle in der kommenden Herbst- und Wintersaison zu verhindern, und die Mitgliedstaaten zu einem koordinierten Vorgehen aufgefordert. 

Zu den Maßnahmen, die die Kommission in einer Mitteilung vom Freitag (2. September) vorschlägt, gehört das Vorantreiben der Impfkampagne, auch mit den neuen, an Virusvarianten angepassten Impfstoffen.

„Wir müssen uns auf eine weitere schwierige Saison vorbereiten“, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides in einer Pressemitteilung und forderte die Mitgliedstaaten auf, „jetzt gemeinsam, koordiniert und nachhaltig zu handeln.“

Der EU-Kommissar Margaritis Schinas fügte hinzu, die jetzt getroffenen Maßnahmen würden die Zukunft der Pandemie beeinflussen.

„Wenn wir jetzt handeln, werden wir den Druck auf die Gesundheitssysteme, die Störungen in der Wirtschaft und die Herausforderungen für die Gesellschaft begrenzen“, sagte er.

Die Kommission forderte die EU außerdem auf, die Impfquoten der Erstimpfung und der ersten Auffrischungsdosis bei den Anspruchsberechtigten zu verbessern, wobei Kyriakides die Schließung der Impflücken als eine „Angelegenheit von höchster Priorität“ bezeichnete.

Darüber hinaus wurden die Mitgliedstaaten aufgefordert, die Verabreichung einer zusätzlichen Auffrischungsdosis für bestimmte Bevölkerungsgruppen, insbesondere für Menschen ab 60 Jahren sowie andere anspruchsberechtigten Personen jeden Alters, die einem Risiko für eine schwere Erkrankung ausgesetzt sind, zu priorisieren.

Die Kommission empfahl kombinierte Corona- und Grippeimpfkampagnen sowie regelmäßig aktualisierte und klare Kommunikationsstrategien, die auf epidemiologischen Entwicklungen, Erkenntnissen über Verhaltensmuster und der öffentlichen Wahrnehmung basieren.

Mit angepassten Impfstoffen der Erkältungssaison begegnen 

Die erneuten Aufrufe der Kommission folgen auf die Zulassung neuer, an die Omikron-Variante angepasster Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) am Donnerstag (1. September).

„Es ist von entscheidender Bedeutung, dass alle Mitgliedstaaten über solide Impfstrategien verfügen, um sich auf den Herbst und den Winter vorzubereiten, auch für die Einführung der neu zugelassenen, angepassten Auffrischungsimpfstoffe“, sagte Kyriakides.

Die Kommission fordert die Mitgliedstaaten auf, nationale Impfstrategien zu entwickeln.

Darin soll geklärt werden, welche Impfstoffe, einschließlich der neuen und angepassten, an welche Bevölkerungsgruppen verabreicht werden sollten, wobei auch die Möglichkeit des Auftretens neuer Varianten zu berücksichtigen ist.

In der Mitteilung der Kommission wird betont, wie wichtig eine ausreichende Logistik sei, damit die neuen Impfstoffe sofort nach ihrer Auslieferung verabreicht werden könnten.

Maßnahmen über die Impfung hinaus 

In Anerkennung der weit verbreiteten „Pandemiemüdigkeit“ unterstrich die Kommission die Bedeutung eines vielseitigen Ansatzes durch Überwachung und nicht-pharmazeutische Maßnahmen wie Gesichtsmasken oder die Begrenzung der Teilnehmerzahlen bei großen Veranstaltungen.

„Es ist […] von entscheidender Bedeutung, dass belastbare Überwachungssysteme eingerichtet werden, um die Entwicklung des Virus zu erfassen, dass Strategien für die Wiedereinführung wirksamer Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit vorhanden sind und dass die Kapazität der Gesundheitssysteme gestärkt wird“, so Kyriakides.

Um Unterbrechungen im Bildungswesen zu vermeiden, sollten alle Maßnahmen, die in den Schulen ergriffen werden, an das jeweilige Bildungsumfeld und die Altersgruppe angepasst und auf ein Minimum beschränkt werden, so die Kommission.

Die Gewährleistung der Freizügigkeit innerhalb der EU sei nach wie vor von entscheidender Bedeutung, sowohl für Personen als auch für Waren, betonte die Kommission.

[Bearbeitet von Nathalie Weatherald]