China strebt „neue Ebene“ in den Beziehungen zu Deutschland an, sagt Pekings Außenminister zu Merz

Die engen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern haben sich in den letzten Jahren aufgrund von Problemen wie Vorwürfen unfairer Handelspraktiken und Protektionismus verschlechtert.

AFP
Chinese Foreign Minister Wang Yi Visit In Poland
Chinas Außenminister Wang Yi. [Foto: Jakub Porzycki/NurPhoto via Getty Images]

Chinas Außenminister Wang Yi erklärte gegenüber dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz, dass Peking die bilateralen Beziehungen auf eine „neue Ebene“ heben wolle, als sie sich am Samstag am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz trafen.

Wang versucht, Peking als zuverlässigeren und stabileren Partner der Europäischen Union zu präsentieren, da die EU bestrebt ist, ihre Abhängigkeit sowohl von China als auch von den unberechenbaren Vereinigten Staaten zu verringern.

Er erklärte Merz, dass China hoffe, gemeinsam mit Deutschland die „umfassende strategische Partnerschaft auf eine neue Ebene zu heben”, wie aus einer Mitteilung des Außenministeriums in Peking hervorgeht. Mit der Unterstützung Berlins wolle Peking auch „die nächste Stufe des hochrangigen Austauschs vorbereiten”, fügte Wang hinzu.

Die engen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern haben sich in den letzten Jahren aufgrund von Problemen wie Vorwürfen unfairer Handelspraktiken und Protektionismus verschlechtert.

Merz bereitet sich Berichten zufolge auf seinen ersten Besuch in China in diesem Monat vor, wobei eine dringende Frage darin besteht, wie die sich entwickelnden Handelsbeziehungen zu gestalten sind.

„Strategische Autonomie und Selbstständigkeit“

Wang bekräftigte am Samstag seine Unterstützung für Deutschland, eine größere Rolle bei der Wahrung seiner „strategischen Autonomie und Selbstständigkeit“ zu spielen und eine „treibende Kraft“ für die Zusammenarbeit zwischen China und Europa zu sein.

„China erwartet auch, dass Deutschland zu einem stabilisierenden Anker für strategische Beziehungen wird“, sagte er zu Merz.

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul besuchte Peking im Dezember und drängte chinesische Beamte, darunter Wang, ihren Einfluss geltend zu machen, um zur Beendigung des Krieges Russlands in der Ukraine beizutragen.

Ein früherer Besuch Wadephuls in China war in letzter Minute abgesagt worden, wobei Deutschland erklärte, dass Treffen mit wichtigen Beamten nicht arrangiert werden konnten.

(cm)