China leitet Anti-Dumping-Untersuchung gegen EU ein
Chinesische Firmen beklagen die wachsenden Stahlimporte aus der EU - und sehen darin Preisdumping. Nun hat Peking eine Untersuchung gegen die EU und drei andere Länder eingeleitet.
In China sorgt man sich um die eimische Stahlproduktion – die wird nämlich zunehmend von der EU beliefert. Chinesische Firmen haben nun eine Untersuchung auf Preisdumping gefordert.
Wie das chinesische Handelsministerium gestern mitteilte, geht es bei der Untersuchung um importierte Stahlplatten und -stangen aus der EU, Japan, Südkorea und Indonesien. Die Ermittlungen gehen auf eine Beschwerde der Stahlfirma Shanxi Taigang Stainless Steel zurück, die von fünf weiteren Produzenten unterstützt wird.
Shanxi Taigang macht geltend, dass 2017 mehr als 700.000 Tonnen der fraglichen Produkte nach China importiert wurden, das sei ein Anstieg von 189 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Von den importierten Stahlprodukten kamen demnach 98 Prozent aus der EU und den drei anderen Ländern. Die nationalen Produzenten, die „dieselben Produkte herstellen“, erlitten dadurch erhebliche Nachteile, monierte Shanxi Taigang. Die Importe nähmen weiter zu und hätten negative Effekte auf die Preisentwicklung.
China ist der weltgrößte Stahlproduzent, im vergangenen Jahr waren es 831 Millionen Tonnen. Shanxi Taigang steht für 25 bis 35 Prozent der Produktion des Landes. China wird für eine Überproduktion von Stahl auf dem Weltmarkt verantwortlich gemacht. Die USA verhängten gegen das Land sowie eine Reihe weiterer Staaten Strafzölle auf den Import von Stahl- sowie auch Aluminiumprodukten.