China hebt Einfuhrverbot für irisches Rindfleisch auf

China hat das 2020 verhängte Einfuhrverbot für irisches Rindfleisch aufgehoben und damit einen Markt mit einem Volumen von mehreren Millionen Euro für irische Landwirt:innen wieder geöffnet.

Euractiv.com
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Vor dem Verbot belief sich der Wert der irischen Rindfleischexporte nach China im Jahr 2019 auf 96 Millionen Euro und sollte 2020 auf über 100 Millionen Euro steigen. [<a href="https://www.shutterstock.com/image-photo/dairy-cows-farm-county-tipperary-ireland-724309345" target="_blank" rel="noopener">[SHUTTERSTOCK]</a>]

China hat das 2020 verhängte Einfuhrverbot für irisches Rindfleisch aufgehoben und damit einen Markt mit einem Volumen von mehreren Millionen Euro für irische Landwirt:innen wieder geöffnet.

Die Exporte von irischem Rindfleisch nach China waren nach einem isolierten Fall von atypischer spongiformer Rinderenzephalopathie (BSE), umgangssprachlich auch als „Rinderwahn“ bekannt, im Mai 2020 ausgesetzt worden.

Obwohl atypische BSE nicht als Risiko für die öffentliche Gesundheit gilt, wurden die Rindfleischexporte als Vorsichtsmaßnahme im Einklang mit dem bilateralen Protokoll über den Handel, das mit der Allgemeinen Zollverwaltung Chinas (GACC) vereinbart wurde, sofort ausgesetzt.

Vor dem Verbot belief sich der Wert der irischen Rindfleischexporte nach China im Jahr 2019 auf 96 Millionen Euro und sollte 2020 auf über 100 Millionen Euro steigen.

Der irische Landwirtschaftsminister Charlie McConalogue begrüßte die am Donnerstag (5. Januar) verkündete Nachricht und bezeichnete die Entscheidung Chinas, die irischen Rindfleischimporte zu denselben Bedingungen wie zuvor wieder aufzunehmen, als „klares Vertrauensvotum für die Leistung unseres Rindfleischsektors.“

Wieder Zugang zu Exportmärkten für Rindfleisch zu erhalten, habe für Irland in den letzten zwei Jahren „oberste Priorität“ gehabt, da Irlands Ruf als Exporteur von hochwertigem Rindfleisch weltweit „von der Einhaltung strenger Tiergesundheits- und Lebensmittelsicherheitsstandards“ abhänge, erklärte McConalogue in einer Mitteilung.

Der Minister fügte hinzu, er freue sich darauf, den Wert des chinesischen Marktes in naher Zukunft wachsen zu sehen.

Auch der irische Staatsminister Martin Heydon, der unter anderem für die Marktentwicklung zuständig ist, begrüßte die Nachricht.

„Es hat eine trojanische Anstrengung gebraucht, um an diesen Punkt zu gelangen, aber es ist eine sehr positive Entwicklung für den Sektor“, sagte er auf Twitter und fügte hinzu, dass er nun mit der Industrie zusammenarbeite, um „die Chancen zu nutzen“, die dies biete.

Ein Vertreter des irischen Bauernverbands (IFA) warnte jedoch, dass die Auswirkungen der COVID-Pandemie auf die chinesische Lebensmittelindustrie in Verbindung mit den Marktgewinnen von Konkurrenten wie Brasilien, die von den ausbleibenden irischen Rindfleischimporten der letzten zweieinhalb Jahre profitiert haben, dazu führen könnten, dass sich der Markt nicht sofort erholt.

Der Präsident des IFA, Tim Cullinan, forderte daher, die Exportmöglichkeiten nun weiter auszubauen.

„Es ist wichtig, dass alle irischen Rindfleischerzeugnisse zugelassen werden und dass die Marktchancen nicht eingeschränkt werden. Das Protokoll muss jetzt so bearbeitet werden, dass Rindfleischerzeugnisse aus allen irischen Beständen zugelassen werden“, sagte er.

Der Vorsitzende der Viehzuchtabteilung des IFA, Brendan Golden, betonte, dass die Landwirt:innen die Vorteile dieses erneuten Zugangs direkt in Form höherer Rindfleischpreise sehen müssten, um die steigenden Produktionskosten auszugleichen.

In der Zwischenzeit stellten einige Umweltschützer:innen infrage, ob dieser Schritt im Einklang mit Irlands Nachhaltigkeitszielen steht, während andere Bedenken äußerten, dass dies die Rinderproduktion steigern könnte.

Gemäß dem jüngsten irischen Klimaaktionsplan, der vorsieht, die gesamten CO2-Emissionen bis 2030 zu halbieren und bis 2050 auf Null zu reduzieren, müssen die Treibhausgasemissionen der irischen Landwirtschaft bis 2030 um 25 Prozent verringert werden.

Der IFA ist jedoch der Ansicht, dass dieser Schritt eher die wirtschaftliche Lebensfähigkeit der Landwirt:innen stärkt, als die Produktion zu steigern.

Die Wiederaufnahme des Handels könne den Landwirt:innen helfen, ihre Umweltziele zu erreichen, indem sie den Marktpreis erhöhe und damit eine ausreichende Marge für eine nachhaltigere Landwirtschaft biete, erklärte der Verbandsvertreter.

[Bearbeitet von Nathalie Weatherald]