Chemieindustrie fordert freien Markt statt Subventionen [DE]

Experten der europäischen Chemieindustrie haben die Wichtigkeit des freien Marktes, sowie der Entwicklung von nachhaltigen Produkten für das Überleben der europäischen Chemiekonzerne betont. Zugang zu Energie und Rohstoffen sei ebenso von zentraler Bedeutung für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. So steht es in einem erst kürzlich veröffentlichten Bericht.

factory_chemicals.jpg
factory_chemicals.jpg

Experten der europäischen Chemieindustrie haben die Wichtigkeit des freien Marktes, sowie der Entwicklung von nachhaltigen Produkten für das Überleben der europäischen Chemiekonzerne betont. Zugang zu Energie und Rohstoffen sei ebenso von zentraler Bedeutung für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. So steht es in einem erst kürzlich veröffentlichten Bericht.

Jürgen Hambrecht, Vorstandsvorsitzender beim Chemiekonzern BASF und Mitglied der Expertengruppe der Europäischen Kommission zum Thema Chemie, sagte, die Chemieindustrie hätte bedeutende Umstrukturierungen unterlaufen und benötige deswegen keine staatliche Unterstützung.

Eine starke Fertigungsindustrie sei von essentieller Wichtigkeit für Europa, brauche aber keine Subventionen, sondern einen Markt, in dem jedes Unternehmen die gleichen Chancen habe. Die Umstrukturierungen im Zeichen der Krise werde man selbst vornehmen.

Hambrecht betonte, dass eine weitere Liberalisierung des Handels durch die Senkung von Zöllen nötig sei und warnte vor einem schleichenden Protektionismus in Europa und der Welt.

Dem Bericht der Expertengruppe zufolge, sei der beste internationale Schutz gegen Protektionismus die Welthandelsorganisation.

Die momentane Doha-Verhandlungsrunde könne dies durch ein ehrgeiziges Abkommen erreichen, das weit reichend Zölle kürzt und ein neues Abkommen für den Chemiesektor schafft, so der Bericht.

Die EU solle außerdem Freihandelsverträge mit Schlüsselpartnern schließen und mit Hilfe der WTO sollten gemeinsame Regeln gegen Preisdumping geschaffen werden, schlägt die Expertengruppe vor.

Der Bericht betont außerdem die Notwendigkeit, nachhaltige Produkte zu entwickeln und in Forschung und Entwicklung zu investieren.

Schlüsselempfehlungen des Berichts:

  • Das Vorantreiben von Innovation und die Stärkung von Netzwerken zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit
  • Verantwortliche Nutzung von Ressourcen und gleiche Chancen für alle Unternehmen beim Zugang zu Energie und Rohstoffen
  • Konstante Bemühung zur Steigerung der Energieeffizienz und die Erstellung von innovativen Lösungen zum Erreichen von Europas Energiesparzielen
  • Eine wettbewerbsfähige Chemieindustrie benötigt offene Weltmärkte und einen fairen Wettbewerb um ihr Potential voll ausschöpfen zu können und die Zukunft der Industrie in Europa garantieren zu können.